05
JAN
2016

Theaterklassen-Workshops 2015

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die zweitägige Arbeit ganz am Anfang des neuen Schuljahres – also noch im September – mit den Theatermädchen der 5ten Klassen war ein voller Erfolg und wir (Schülerinnen und Lehrer) zehren noch immer von den „Nachwirkungen“ – positiv in jeder Hinsicht.

Abgesehen davon, dass den kleinen Neuankömmlingen an unserer Schule durch die Theaterpädagogin Anschi Prott auf kompetente und altersgemäße Weise, ein bisschen das „Handwerk“ der Schauspielkunst vermittelt werden konnte, waren es auch die pädagogisch überzeugenden und in vielerlei Hinsicht gewinnbringenden Ansätze zur Gruppenbildung, die uns nun im gesamten Schulalltag zu Gute kommen.

Gerade für den Start in eine neue Schul- und Klassengemeinschaft spielen bekanntermaßen Gruppenbildungsprozesse eine besonders große Rolle. Durch das Workshop-Angebot konnten die Schülerinnen sich in ihren Eigenheiten sehen und schätzen lernen. Da, wo es Konfliktpotential gibt, sind Theatertechniken besonders gut geeignet, Situationen zu „entschärfen“ – und zwar immer so, dass niemand verletzt wird. Akzeptanz unterschied-licher Charaktere, die in neu zusammengestellten Gemeinschaften zu finden sind, stand auch bei uns im Fokus zahlreicher Spiele und Übungen. Es wurde gelernt, ohne dass es nach Lernen aussah und nicht zuletzt deshalb waren die Ergebnisse dann auch so überzeugend.

Am Ende hatte sich im weitesten Sinne geklärt – und das schon zu einem Zeitpunkt ganz am Anfang des Schuljahres – wie jede kleine Individualistin so „tickte“, welche liebenswerten Eigenschaften die einzelne Persönlichkeit ausmachten, aber auch, wo Grenzen gesetzt werden mussten, um das Wohl der Gemeinschaft zu stärken.

Theaterworkshop-1 Theaterworkshop-3

Sich trauen, vor einem Publikum zu sprechenDen Schülerinnen haben die beiden Tage Spaß gemacht. Sie konnten sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, was es heißt, Theater zu spielen:

  • Auf Lautstärke, Deutlichkeit, Mimik und Gestik achten
  • Sich selbst und andere mit allen Sinnen wahrnehmen
  • Sich selbst einschätzen, das Verhalten anderer sehen und verstehen
  • Sich in die Situation anderer hineindenken und –fühlen usw.

All das hat nachhaltig zu einem besonders guten Klassenklima geführt – und für wenig Reibung im sonstigen Unterricht gesorgt. Auch Wochen später erleben wir das jeden Tag neu. Um es zum Schluss noch einmal auf den Punkt zu bringen: Die Theaterklassen und ihre Lehrer/innen durften zwei wunderbare Tage erleben, an denen sie viel von- und miteinander gelernt haben.

Für die Theaterlehrkräfte

Elisabeth Neuhaus