19
APR
2014

Jetzt ist Ostern!

 

Fasten06_2

Nun sind wir am Ende der Fastenzeit angekommen. In den vergangenen Wochen wurden wir mit verschiedenen Beiträgen durch die Fastenzeit geleitet, haben Neues und Interessantes erfahren und sind uns vielleicht der Probleme unserer Welt bewusster geworden. Die Schattenseite der Textilindustrie, Kinderarbeit bei der Schokoladenherstellung, Fleischkonsum, Lebensmittelverschwendung,…

Dies sind Probleme mit denen auch wir tagtäglich konfrontiert sind. Die Erkenntnis dieser Missstände ernüchtert und entmutigt vielleicht, aber man darf nie die Hoffnung aufgeben, denn es ist immer ein Neubeginn möglich. Das hat uns Jesus in der Auferstehung nach seinem langen Leidensweg gelehrt. Denn jetzt ist Ostern.

Fasten06_1Jetzt ist Ostern:

  • eine Zeit, um neu anzufangen
  • eine Zeit, um zu feiern
  • eine Zeit, um zu erkennen
  • eine Zeit, die Vergangenheit ruhen zu lassen
  • eine Zeit, in die Zukunft zu schauen
  • eine Zeit für das Miteinander
  • eine Zeit, uns zu freuen
  • eine Zeit, um wachsam zu sein
  • eine Zeit, die Hoffnung schenkt
  • eine Zeit für Solidarität
  • eine Zeit zu verändern
  • eine Zeit mit Gott

Diese Zeit ist JETZT !

Lasst uns das, was wir in der Fastenzeit gelernt haben mit dem Geist von Ostern erfüllen und über die Fastenzeit hinaus weitertragen. AMEN

Zum Ausklang: meditatives Video

Fasten:

Dazu fällt mir nur eines ein: Verzichten, Durchhalten und Aufgeben…. Sowas machen manche Menschen freiwillig?….. Was soll das?…… und vor Allem: Was bringt mir das?…..

Mal schauen, was dazu in der Bibel steht….

Fasten_BlumeDas ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. (Jes, 58, 6-9)

Aha!….. dann bedeutet Fasten ja gar nicht sich ohne Nahrung durch den Tag zu quälen, sondern seinen Mitmenschen Gutes zu Tun ….. und wie soll ich das jetzt machen?…… freundlich sein, Türen aufhalten und meinen Freunden helfen wenn sie mich brauchen, dass mach ich ja schon……  was kann ich denn noch tun?…..

….. dazu hoffen wir Ihnen in diesem Fastenkalender Anregungen zu geben, indem wir auf Problemfelder in unserer Welt hinweisen…. lassen Sie uns den Fastenweg gemeinsam gehen!

 

Lieber Gott,

es geht uns sehr gut.

 Doch oft erkennen wir das nicht. Dann sind wir undankbar, verschwenderisch und nur auf uns selbst konzentriert. Bitte hilf uns in der Fastenzeit unsere und die Augen unserer Mitmenschen für soziale Probleme zu öffnen. Öffne auch unsere Hände, damit sie Handeln können, denn verschlossene Hände können nichts geben.

Amen

Möglichst modisch und kostengünstig – Die Schattenseite der Textilindustrie

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt.

Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei?

Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei?
Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen
und die Gewichte fälschen.
Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen.
Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.

Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen:

Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

(Amos 8, 4 mit 6-7)

Fasten_01_ShirtSchon in der Bibel, im Buch Amos, wird unsoziales Verhalten den Schwächeren der Gesellschaft gegenüber scharf kritisiert.  Durch Profitstreben, Wucher und Betrug der Reichen wurden die Schwachen Israels häufig unterdrückt und ausgebeutet.

Von dem Gerechtigkeitssinn des Propheten Amos und den biblischen Vorstellungen von Recht können wir auch heute noch Vieles lernen, die Ausbeutung der Armen ist auch in unserer Gesellschaft noch ein ernstes Problem: So auch in der Textilindustrie.

Wir haben dazu einige Fakten und mögliche Lösungen zusammengestellt, die Sie zum Nachdenken anregen sollen. Zum Abschluss laden wir Sie ein, die Gedanken zu diesem Thema in ihr Gebet aufzunehmen.


Fast zehn Monate sind vergangen, seit Ende April 2013 bei dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch etwa tausend Menschen verstorben und doppelt so viele verletzt worden sind.

In den über 4000 Fabriken im Land lassen zahlreiche westliche Modeketten, wie etwa H&M, C&A, KiK oder Adidas ihre Waren schneidern.

Doch diese unmenschlichen Produktionsbedingungen sind leider kein Ausnahmefall.
Auch in anderen Entwicklungsländern der Welt müssen Millionen Menschen zu unwürdigen Bedingungen arbeiten und bekommen dafür oft nur einen Hungerlohn, der kaum zum Überleben reicht.

 Doch was hat das jetzt eigentlich mit uns zu tun?

– Das fragen wir uns immer wieder, wenn wir solche Nachrichten hören.

 Aktuelle Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern

Kleidung ist in unserem Alltag ständig präsent, täglich sind wir auf sie angewiesen. Dank uns Verbrauchern werden jährlich Milliarden an US $ in der Textilindustrie erwirtschaftet.

In Deutschland sowie in anderen Industrienationen der Welt kauft jedoch nur eine Minderheit fair gehandelte Kleidung, bei dem den Arbeitern in ihrem Land ein gerechter Preis gezahlt und auch auf gute Arbeitsbedingungen geachtet wird.

Die Mehrheit unserer Bevölkerung interessiert sich für die kostengünstige, aber trotzdem modische Kleidung der großen Modeketten. Nach ein bis zwei Saisons werden diese oftmals aus der Hand gegeben, da sie nicht mehr den neuesten Trends entsprechen oder die Qualität nicht mehr überzeugend ist.

Die Händler richten sich nach den Interessen der Kundschaft und achten vor allem auf ihre Gewinnspanne, um sich im internationalen Wettebewerb bewähren zu können. Etwa 95% der in Deutschland verkauften Kleidung wird deshalb nicht mehr hier vor Ort hergestellt. Die Textilunternehmen haben sich stattdessen in Entwicklungsländer niedergelassen, wo die Produktion deutlich lukrativer ist. Die Näher/-innen in Bangladesch arbeiten beispielsweise bis zu sechzehn Stunden am Tag und bekommen umgerechnet nur 30€ im Monat.

„Wir Arbeiterinnen werden bei jeder Gelegenheit beschimpft, gequält, fertig gemacht.
Wir sind einfach nichts für sie, bei jeder Gelegenheit sagen sie uns, wenn wir gehen, gibt es immer genug Frauen, die unsere Arbeit übernehmen.“

Näherin Rekha aus Bangladesch [i]

Kaum jemand von ihnen ist bei Krankheit oder für die Rente später sozial abgesichert oder gar vor gesundheitsgefährdenden Materialen geschützt. Sogar die Fabriken selbst sind häufig einsturzgefährdet und ohne Brandmelder ausgestattet.

Die Textilindustrie ist außerdem der Auslöser schwerwiegender Umweltprobleme. Die ordentliche Entsorgung giftiger Stoffe ist selten gegeben und auf den langen Transportwegen zwischen verschiedenen Produktionsorten werden Tonnen von CO2 ausgestoßen.

Einen genaueren Einblick in die Probleme der Textilindustrie (hier am Beispiel Indien) liefert eine Dokumentation des ZDF.

 

Maßnahmen für uns als Verbraucher

Was können wir nun tun, um den Problemen der Bekleidungsindustrie entgegen zu wirken?

Tücken von Siegeln und Zertifizierungen

Eine der wohl bekanntesten Maßnahmen sind die Siegel und Zertifizierungen, die sich auf den Kleidungsstücken finden lassen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn die Vielzahl dieser Siegel führt oft zu Verwirrungen – und nicht alle Siegel bedeuten dasselbe!

Fasten_01_FairtradeDas schwarz-grün-blaue „Fairtrade“ Siegel, welches von der Fair Trade Labelling Organization (FLO) ausgeht, ist das bekannteste und auch das seriöseste. Der Fokus liegt hierbei auf möglichst umweltfreundlichen Produktions- sowie auf menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, welche jedoch nicht immer bei allen Produktionsschritten umgesetzt werden können.

Fasten_01_OrganicEin weiteres bekanntes Siegel ist das GOTS-Siegel, welches sogar des Öfteren auf „Aldi“-Kleidung zu finden ist. Jedoch werden hier sozialverträgliche Aspekte weitestgehend außer Acht gelassen. Genauere Informationen zu vielen verschiedenen Siegeln erhalten Sie hier

Um diese Siegel zu umgehen, brachten viele Modehäuser eigene „Bio-Linien“ heraus, die höhere Umweltstandards versprachen. Organisationen wie die Christliche Initiative Romero haben die Bio-Linie von dreißig Unternehmen, darunter auch H&M, untersucht. Es wurde festgestellt, dass auch hier auf den Aspekt der sozialen Verantwortung nicht genug Rücksicht genommen wird. Die Bio-Linien stellen demnach keine gute Alternative dar.

Etwas mehr Transparenz ist bei der Fair Wear Foundation (FWF) zu finden. Diese ist ein Zusammenschluss von ca. 80 Unternehmen, die jährlich ihre Zulieferer-Listen öffentlich machen, um so die Einhaltung ihrer Standards zu sichern. Dazu zählen: die Einrichtung von unabhängigen Beschwerdestellen, Schulungen für alle Arbeiter und existenzsichernde Löhne. Bekannte deutsche Unternehmen, wie etwa Takko und HessNatur, sind Mitglieder. Eine Liste mit allen beteiligten Unternehmen finden Sie hier.

 

Vorsicht beim Online Shopping

Doch auch beim Online-Shopping gibt es neue Möglichkeiten sozial unverträgliche Kleidung zu umgehen. Die Browser-Erweiterung „Avoid“ blendet z.B. Kleidung von Firmen aus, die nach einer Liste des Vereins „Earthlink“ in Verdacht stehen mit Kinderarbeit zu produzieren.

Online Portale wie Future Fashion Guide und modeaffaire.de geben Auskunft über Online-Shops, aber auch Läden in der Stadt, die fair gehandelte Kleidung verkaufen. Die Ladenkette „glore“ (globally responsible fashion) ist beispielsweise in vier großen Städten Deutschlands vertreten. Dort findet man nicht nur Mode für Jugendliche/Erwachsene, sondern auch faire Babykleidung. Hier finden sich auch FLO zertifizierte Online-Marken wie z.B. „armedangels“.

Einfache Tipps zum Schluss

  • Kleiderschrank reduzieren! Man braucht eigentlich viel weniger, als man hat.
  • Keine Kleidung kaufen, die schon im Laden extrem nach Chemie riecht.
  • Wirklich mal in Fairtrade-Kleidung investieren – wirkt zunächst teurer, aber es gilt:
    Wer Qualität kauft, kauft weniger! Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.
  • Wer sich schließlich sogar aktiv für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilbranche beteiligen möchte, findet bei der Clean Clothing Campaign den richtigen Ansprechpartner.

Weitere Informationen über Fairtrade-Geschäfte und einen Film über die positiven Auswirkungen von Fairtrade-Baumwolle finden Sie hier.

 

Weiterführender Impuls – Einladung zum Gebet

Gott unser Vater

unser Planet ist noch unvollkommen.

Das sehen wir an den Nähern/-innen in Bangladesch.

Sehr viele von ihnen werden ausgebeutet

 und haben kaum genug zum Überleben.

Wir Menschen machen viele Fehler.

Darum bitten wir dich, Herr:

Mach uns zu einem Werkzeug deines Friedens

damit kein Geschöpf in Furcht und Angst lebt,

damit niemand von Hunger und Furcht gequält ist,

damit niemand wegen Gier und Habsucht ausgebeutet wird,

damit wir unsere Erde zu einem besseren Ort machen können,

wo Gerechtigkeit und Frieden vorherrschen.

Amen!


Quellen (alle zuletzt aufgerufen am 22.2.2014)

[i] Clean Clothes Campaign

Informationen im Text:

  • http://www.tagesschau.de/ausland/bangladesch-fabrikgebaeude104.html
  • http://www.welt.de/wirtschaft/article117082646/Diese-Naeherinnen-produzieren-Ihr-Zehn-Euro-T-Shirt.html
  • http://www1.wdr.de/themen/ratgeber/sp_kleidung/themenwoche-kleidung100.html
  • http://www.bibleinfo.com/de/topics/beschäftigung
  • www.cgw.de/pdf/geitmann-bibelkirchenzins.pdf
  • www.stoparmut2015.ch/fileadmin/user_upload/…/Die_Armen_Holze.pd‎
  • http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/geitmann/
  • http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_bibel_thema_ausbeutung_2328.html
  • http://www.die-bibel.de/online-bibeln/-einheitsuebersetzung/bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/30/80001/89999/ch/7e4f22b854097e581a4552bba5b1697c/
  • http://www.sueddeutsche.de/geld/tipps-zum-klamottenkauf-fair-einkaufen-leicht-gemacht-1.1533488-2
  • http://www.saubere-kleidung.de/index.php/kampagnen-a-themen
  • http://www.fair-trade-kleidung.com/
  • http://www.fairtradekleidung.org/
  • http://www.greenpeace.de/themen/sonstige_themen/verbrauchertipps/artikel/kaufrausch/
  • http://www.fairwear.org/brands/
  • http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/chemie/20110825_FS_Textillabel_FINAL.pdf
  • http://www.glore.de/xtcommerce/shop_content.php?coID=5

 

Kakao in Schokolade – süß und doch bitter

Sag nicht: „Der Herr ist schuld, dass ich Unrecht getan habe.“ Er veranlasst niemals etwas, dass er hasst! Sag nicht: „Er selbst hat mich in die Irre geführt.“ Zur Ausführung seiner Pläne braucht er keine Sünder. Der Herr hasst alles, was abscheulich ist, darum kann keiner so etwas lieben, der ihn ernst nimmt. Am Anfang, als der Herr den Menschen schuf, hat er ihm die Freiheit zu eigener Entscheidung gegeben. Wenn du willst, kannst du seine Gebote befolgen. Von deiner Entscheidung hängt es ab, ob du ihm die Treue hältst. Er hat Feuer und Wasser vor dich gelegt; du selbst hast die Wahl, welches von beiden du nehmen willst. Du kannst wählen zwischen Leben und Tod und bekommst, was du wählst. Die Weisheit des Herrn und seine Macht sind groß, und er sieht alles. Er weiß alles, was ein Mensch tut. Freundlich blickt er auf die, die ihm gehorchen. Er hat keinem befohlen, schlecht zu sein, und keinem erlaubt, Unrecht zu tun.

(Sir 15,11-20)

Fasten02_Schoko2In dieser Stelle im Buch Jesus Sirach ist die Rede von der Freiheit des Einzelnen, der die Wahl hat, zwischen Feuer und Wasser, Leben und Tod, Gebote befolgen oder nicht. Auch wir können zwischen vielen Handlungen wählen. Es gibt viele Wege im Leben, einige Weggabelungen mit getroffenen Entscheidungen, die wir nicht mehr rückgängig machen, und andere, die wir jederzeit verändern können. So sollten wir uns in der Fastenzeit einmal bewusst machen, wie wir unser Leben verändern können, um uns und anderen ihren Weg zu erleichtern.

Wir haben uns deshalb mit einem Produkt aus dem Supermarkt, der Schokolade, beschäftigt, und wollen hinter die Kulissen des Kakaoanbaus blicken, um in Zukunft bewusster zu konsumieren.

Im abschließenden Gebet sollen alle Gedanken dazu verarbeitet werden.

Fasten02_Schoko1Schokolade ist eine der Lieblingssüßigkeiten der Deutschen. Für uns ist dieses Produkt in sämtlichen Supermärkten das ganze Jahr über zu billigen Preisen verfügbar.
2013 hat jeder Deutsche in etwa 9,5 kg Schokolade gegessen, das sind 95 Tafeln Schokolade. Beim Kauf dieses Genussmittels machen sich jedoch nur die wenigsten Gedanken über dessen Herstellung.

Der Hauptbestandteil der Schokolade, der Kakao der Kakaopflanze, kann nur rund um den Äquator angebaut werden, also in Süd- und Mittelamerika, Afrika und Südostasien. Am meisten Kakao liefert die Elfenbeinküste, 40% des Rohkakaos weltweit stammen von hier.

Dieser wird in den Verkaufsländern von großen Firmen zu fabrikfertigem Kakao verarbeitet, um Schokolade und andere Süßwaren herzustellen.

Auch Deutschland importiert jährlich fast 200000 Tonnen Kakao aus der Elfenbeinküste. Leider wissen die Wenigsten, dass zum Abbau des Kakaos von

168 Millionen Kinderarbeitern weltweit und          

85 Millionen Kindern in gefährlicher Arbeit und

 50 Millionen Kinderarbeitern in Afrika

allein 200.000 Kinder zur Arbeit auf Kakaoplantagen gezwungen werden.    

“Wir schliefen auf dem Boden einer Hütte aus Schlamm und Stroh. Wir durften sie nur zur Arbeit in den Feldern verlassen. Die Arbeitszeiten waren sehr hart, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, und manchmal, wenn Vollmond war, sogar bis zehn Uhr abends. Uns wurde Lohn versprochen, aber sie sagten, dass wir erst die Kosten der Reise zurückzahlen müssten.

Ich habe mich dort zwei Jahre lang abgerackert, ohne jemals Geld zu bekommen. Kinder, die sich weigerten zu arbeiten, wurden mit dem Motorgurt des Traktors geschlagen oder mit Zigaretten verbrannt. Wir bekamen kaum etwas zu essen: mittags zwei Bananen, die wir aßen, ohne die Arbeit zu unterbrechen, und eine Maismehlsuppe am Abend. Einige Kinder sind vor Erschöpfung zusammengebrochen. Diejenigen, die krank wurden, wurden fortgeschafft. Wir haben sie nie wieder gesehen.“ 1

Fasten02_WortspielDieser Junge aus Mali ist einer von jenen Kindern, die 12 Stunden täglich bei glühender Hitze in der Landwirtschaft schuften müssen.

Denn aus finanzieller Not heraus, verkaufen viele afrikanische Eltern ihre Kinder an Händler, die diese an die Elfenbeinküste schmuggeln.
Dort werden sie von Plantagenbesitzern als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Die Vollzeitarbeit auf den Kakao-Plantagen ist für die 5-14 Jährigen sehr gefährlich, denn zum Ernten der Früchte benutzen sie Macheten und fügen sich so leicht Verletzungen zu. Auch gesundheitsschädliche Pestizide werden ohne Schutzkleidung benutzt. Wenn diese in den Körper eindringen, lösen sie Erbrechen und hohes Fieber aus. Vom schweren Tragen der Kakaosäcke bekommen die Kinder außerdem Rückenschmerzen und bei Verweigerung der Arbeit kommen die Verletzungen der Plantagenbesitzer, also ihrer Arbeitgeber noch hinzu.

Lohn bekommen die Kinder für ihre harte Arbeit fast nicht, lediglich ein Minimum an Essen und Trinken, das allerdings kaum den täglichen Bedarf deckt, weshalb sie häufig schwach und anfällig für Krankheiten sind. Manche brechen vor Erschöpfung zusammen.

Die Kinder sind den menschenunwürdigen Bedingungen schutzlos ausgeliefert. Derartige Verletzungen der Kinderrechte werden als ausbeuterische Kinderarbeit bezeichnet. Rechte der Kinder

Dieses Problem wird eindrucksvoll in dem Film Schmutzige Schokolade geschildert.

Fasten02_Schoko3Wir, die Konsumenten, spüren beim Kauf von Schokolade von der Ausbeutung der Kinder in den Kakaoplantagen nichts, weshalb wir häufig unbedacht die billigsten Produkte einkaufen. Außerdem scheint dieses Problem „weit entfernt“ zu sein, weshalb vermutlich viele Verbraucher daran zweifeln, dass sie Dinge verändern könnten.
Doch besonders Konsumenten können durch ihre Nachfrage und Kaufkraft erheblich zur Verbesserung der Situation von ausgebeuteten Kindern beitragen.
Ein erster Schritt kann bereits der Umstieg auf Fair-Trade Produkte (im Kakaobereich) sein, das sind Produkte, die unter „fairen“ Bedingungen hergestellt wurden. Diese sind zwar etwas teurer, allerdings können die Bauern dadurch einen Mindestpreis für ihre

Erzeugnisse bekommen, zudem verbessert sich auch die Situation der Arbeiter, denn diese werden nicht mehr ausgebeutet, sondern gerecht entlohnt und haben außerdem Ansprüche auf Sozialleistungen.

Derartige Produkte sind mit dem Fair-Trade Logo gekennzeichnet, welches garantiert, dass sie tatsächlich fair hergestellt wurden.
Die Fachgeschäfte des Fairen Handels sind die Weltläden, doch bieten derzeit auch schon viele Filialen, wie beispielsweise dm, Tengelmann, Rossmann und viele Weitere fair gehandelte Produkte an. Im Bereich Schokolade lassen sich im Vergleich zu nicht fair hergestellten Produkten keinerlei Geschmacksverluste feststellen.

Alles über Fair Trade Schokolade, deren Rohstoffe, Herstellung und den Bedingungen ist anschaulich auf 16 Seiten dargestellt: Bedingungen der Produktion

Außerdem gibt es seit Januar das sogenannte „Kakao-Programm“ von Fair Trade. Das bedeutet, dass in einem Endprodukt einige Einzelbestandteile fair gehandelt wurden, in dem Fall der Kakao. Diese Produkte werden nicht mit dem Fair Trade Siegel versehen, da ja nur einzelne Rohstoffe fair hergestellt wurden.
Unternehmen wie die Rewe Group oder Confiserie Riegelein haben sich bereits dazu verpflichtet, einen gewissen Anteil dieses Kakaos abzunehmen. Allein dadurch versechsfacht sich der Absatz von fair gehandeltem Kakao in Deutschland, was den Kleinbauern in Afrika zu Gute kommt, da sie mehr Absatzmöglichkeiten haben. Des Weiteren bietet Fair Trade dieses Programm auch für Zucker und Baumwolle an. Statements von beteiligten Unternehmen finden Sie hier: weiterführende Informationen

Drei Tipps zum Schluss

  • Verbreiten Sie ihr Wissen über Fair Trade-Produkte und deren Vorteile.
  • Verschenken Sie an ihre Freunde eine Fair Trade Schokolade.
  • Bitten Sie diese, genauso zu handeln.

Lieber Gott,

wir denken im Supermarkt nicht darüber nach, warum die eine Schokolade billiger, die andere teurer ist, sondern freuen uns über das eine Angebot, und lassen das andere einfach im Regal stehen.

Es ist immer leicht, Dinge nicht zu hinterfragen, hinzunehmen und zu Gewohnheiten zu machen.

Doch manchmal ist es an der Zeit, den Kurs zu wechseln und zu neuen Ufern aufzubrechen.

Den Mut und die Kraft aufzubringen, die Dinge einmal anders wahrzunehmen, in einem anderen Blickwinkel und unterschiedlichen Nuancen zu betrachten,  um Entscheidungen bewusster zu treffen.

Stärke uns, damit wir sehen, fühlen und handeln.

Quellen

  1. http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/produkte/landwirtschaft/kakao/, zitiert nach: http://www.youtube.com/watch?v=27fqzRqAVrM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fleischkonsum – Wie viel ist zu viel?

Wer Fleisch isst, verachte den nicht, der es nicht isst; wer kein Fleisch isst, richte den nicht, der es isst. Denn Gott hat ihn angenommen. Wie kannst du den Diener eines anderen richten? Sein Herr entscheidet, ob er steht oder fällt. Er wird aber stehen; denn der Herr bewirkt, dass er steht. […]

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. […]

Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau (der Gemeinde) beiträgt.

Reiß nicht wegen einer Speise das Werk Gottes nieder!

 

Röm 14, 3-4, 17, 19-20

Was will uns diese Bibelstelle sagen? „Reiß nicht wegen einer Speise das Werk Gottes nieder!“

Einerseits weist diese Warnung darauf hin, dass man seine Mitmenschen nicht verurteilen soll – weder, weil sie Fleisch essen, noch, weil sie keines essen. Es gibt nämlich viel wichtigere Dinge auf der Welt, als jemanden rein anhand von Äußerlichkeiten, Charakterzügen oder Lebenseinstellungen zu be- oder gar verurteilen. Viel wichtiger ist es, all die verschiedenen Menschen im Frieden zu vereinen, Gerechtigkeit zu schaffen und Liebe an seine Mitmenschen weiterzugeben.

Dazu kann jeder von uns beitragen!

Andererseits können wir die oben genannte Bibelstelle in unserer heutigen Welt auch ganz anders verstehen: Dadurch, dass wir so viel Fleisch konsumieren, schaden wir unserer Umwelt.

Fasten03_Zitate

Doch es bleibt nicht nur bei dem enormen Wasserverbrauch und dem für die Umwelt schädlichen Methanausstoß bei Rindern. Zusätzlich dazu entstehen auch noch CO2-Emissionen durch den Transport von importiertem Futter und weltweit an die Konsumenten exportiertem Fleisch. Außerdem ist zu viel Gülle, bedingt durch Massentierhaltung, schlecht für den Boden und vermindert die Artenvielfalt.5

Dieser ethische Konflikt der Umweltverschmutzung, aber nicht zuletzt auch die Skandalmeldungen über Gammelfleisch, Pferdefleisch in der Lasagne4 oder Antibiotikum in Fleisch veranlassen immer mehr Menschen dazu, auf Fleisch zu verzichten.

Fasten03_KalbAuch die oft mangelhafte Tierhaltung ist ein Aspekt, der uns Sorgen macht: Die Tiere werden auf engster Fläche zusammengepfercht, sodass sie sich gegenseitig verletzen, und auch speziell zum Vorteil der Konsumenten, aber ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Tiere, gezüchtet, wie zum Beispiel Hühner, die aufgrund ihres enorm groß herangezüchteten Brustmuskels nicht mehr laufen können, da er ein Drittel ihres Körpergewichts ausmacht! Dennoch essen 85 % der Deutschen (fast) täglich Fleisch.6

Der Grund dafür ist neben dem Genuss die Gesundheit. Fleisch enthält nämlich viele Mineralstoffe wie Eisen und Zink, die aus tierischem Eiweiß besser vom menschlichen Körper genutzt werden können als aus pflanzlicher Nahrung. Zudem erhält man durch den Fleischverzehr wertvolle Vitamine wie B1, B2, B12 und Niacin, wobei Vitamin B12 sogar ausschließlich in tierischen Produkten zu finden ist. Nicht zuletzt ist Fleisch als Protein auch für eine gesunde Ernährung wichtig.7

Deshalb sollte man beim Fleischkauf auf die Herkunft und Haltung der Tiere achten, da Biotiere nicht nur ein glücklicheres Leben haben, sondern ihr Fleisch durch frisches Futter und mehr Bewegungsfreiheit der Tiere auch für den Konsumenten gesünder ist.

Wie man sieht, hat Fleischverzehr in Maßen für uns auch seine Vorteile. Man muss also nicht ganz darauf verzichten. Zu viel davon ist jedoch sowohl umwelt- als auch gesundheitsschädlich!

Daher kommen wir zu dem Fazit, dass wir lieber weniger, dafür aber qualitativ hochwertiges Biofleisch aus der Region essen sollten. Damit tun wir den Tieren, unserer Umwelt – und nicht zuletzt auch uns selbst – etwas Gutes!

Am besten fangen wir heute schon mit dem ersten Schritt an!

Lieber Gott,

durch die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, haben wir auch Verantwortung –

für uns, unsere Mitmenschen, alle Wesen auf dieser Erde und unsere Umwelt.

Hilf uns, diese Verantwortung gewissenhaft zu übernehmen und

die richtigen Entscheidungen zu treffen!

Hilf uns, kritisch unsere Lebensstil zu überdenken und

nicht verschwenderisch mit den kostbaren Gütern der Natur umzugehen!

Hilf uns, nachhaltig zu handeln, damit unsere Kinder auch noch

den wertvollen Schatz „Natur“ erleben können!

Amen

Fußnoten

  1. verändert nach: Zittlau, J.: Vegetarismus: Warum der Mesch auch fleischlos kann, http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/vegetarismus-brauchen-wir-eigentlich-noch-fleisch-a-871217.html (07.03.2014)
  2. verändert nach: Adolph, K.: Für ein klimafreundliches 2012, http://www.energiesparclub.de/news-einzelansicht/article/1514/fuer-ein-klimafreundliches-2012/index.html (07.03.2014)
  3. verändert nach: Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH: Wassersparen – aber richtig!, http://www.sw-augsburg.de/downloads/Wassersparen_-_aber_richtig.pdf (07.03.2014)
  4. verändert nach: WDR.de: Fakten zum Fleischkonsum: Huhn, Schwein und Rind als globale Ware, http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/fleischatlas152.html (07.03.2014)
  5. verändert nach: Energiesparclub: KonsumCheck, http://www.energiesparclub.de/der-club/energiespar-ratgeber/konsumcheck/index.html (07.03.2014)
  6. verändert nach: Tagesschau.de: Fleischatlas 2013 vorgestellt: Jeder Deutsche isst knapp 100 Hühner, http://www.tagesschau.de/inland/fleisch104.html (07.03.2014)
  7. verändert nach: Fleischexperten: Sechs gute Gründe, Fleisch zu essen, http://www.fleischexperten.de/lebensmittel-fleisch/moderne-ernaehrung/funf-gesunde-grunde-fleisch-zu-essen/ (07.03.2014)

Hunger – Verschwendung – Essen im Eimer

„Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

 Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht.

Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.

Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.“

(Lk 15,13-16)

Fasten042Die Erzählung vom verlorenen Sohn zählt zu den bekanntesten Gleichnissen im neuen Testament. Wir möchten heute nicht die Rückkehr des Sohnes zum Vaterhaus beleuchten, sondern das Verhalten des Sohnes in den Mittelpunkt rücken. Der Sohn verschwendet sein Vermögen und muss daraufhin als Schweinhirt arbeiten, wobei es ihm nicht einmal gestattet ist das Futter der Schweine zu essen.

Viele Menschen auf der Erde kämpfen täglich um ihre Existenz, weil sie nicht die Möglichkeit besitzen an Nahrung zu gelangen. Diese würden sich über jedes Nahrungsmittel freuen, denn viele von ihnen „stehlen“ in Großstädten das Essen aus dem Mülleimer anderer Menschen.

Aber warum landen „Lebensmittel im Eimer“ ?

Supermärkte werfen Lebensmittel weg, weil sie im Regal stören oder nicht mehr ins Sortiment passen und somit „ Restwaren“ sind. Viele Lebensmittel werden auch von uns weggeworfen, aufgrund dessen, dass Nahrungsmittel das Verfallsdatum erreicht haben.

Die Folge: mehrere Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden weggeworfen

Um Ihnen einen Einblick in dieses Thema zu gewähren, wollen wir einige Fakten und Zahlen darlegen und Tipps geben, wie man „Essen im Eimer“ vermeiden kann. Am Ende besteht die Möglichkeit die erarbeiteten Gedanken in einem Gebet vor Gott zu bringen.

Aktuelle Situation

Fasten042Im Zuge der Industrialisierung und der Globalisierung wurden in den westlichen Ländern Lebensmittel immer billiger und stehen reichlich zur Verfügung.

Die Arbeit, die heute zum Beispiel ein Mähdrescher in einer halben Stunde schafft, musste früher mit wesentlich mehr Zeit und höherem Personalaufwand bewältigt werden.

Des weiteren wurden die meisten Lebensmittel regional oder zumindest im eigenen Land produziert und nicht aus Ländern importiert, in denen Arbeitskräfte ausgebeutet werden.

Lebensmittel waren dadurch teurer und somit auch wertvoller. Dies hat zur Folge, dass Lebensmittel in den Industrieländern auf Grund des billigen Preises verschwendet werden und nicht mehr wie früher als kostbar und überlebenswichtig angesehen werden.

Es fand somit ein Wertewandel statt. Ein Beispiel hierfür, ist das Verbrennen von Weizen, Mais, oder Reis, also Grundnahrungsmitteln, um Energie zu gewinnen. Ein derartiges Verhalten, wäre vor einigen Jahrzehnten undenkbar gewesen. Durch das Verbrennen von Grundnahrungsmitteln, verknappen sich diese.

Dadurch steigen die Preise auf dem Weltmarkt, sodass Entwicklungsländer, die auf Grund des Bevölkerungswachstums oft auf den Import von Grundnahrungsmitteln angewiesen sind, sich den Zukauf nicht mehr leisten können.

Sowohl in den Entwicklungsländern, als auch in den Industrieländern gibt es sogenannte „Mülltaucher“. Diese Menschen leben unter der Armutsgrenze und suchen Ihre Lebensmittel auf Müllhalden, oder in großen Containern vor Restaurants. Erwähnenswert ist, dass dieses Vorgehen in Deutschland als Diebstahl gilt.

Die billigen Preise in den westlichen Ländern, führen dazu, dass sich nur noch die wenigsten Menschen Gedanken, darüber machen, was für Lebensmittel tatsächlich in Ihrem Haushalt benötigt werden.

Aufgrund der fehlenden Zeit wird oft ein wöchentlicher Großeinkauf getätigt, der zur Folge hat, dass zu viele oder überflüssige Lebensmittel eingekauft werden. Diese können oftmals nicht alle verbraucht werden und werden daher oft spätestens ein oder zwei Tage nach ihrem Verfallsdatum weggeworfen.

Dabei sind die meisten Lebensmittel mindestens zwei Wochen nach Ihrem Verfallsdatum noch essbar. Aus Haftungsgründen, werden die Verfallsdaten häufig früher gesetzt als nötig, obwohl viele Speisen viel länger haltbar wären.

Das ist nicht nur ein Problem in den Privathaushalten, sondern oft auch in Geschäften. Beispielsweise kommt es vor, dass Bäckereien, frisch gebackenes Brot, welches übrig geblieben ist am nächsten Tag wegwerfen, da der Kunde frisches Brot erwartet. So kann man sich erklären, dass jeder deutsche Verbraucher durchschnittlich etwa 82 kg Lebensmittel pro Jahr wegwirft. Rechnet man diese Zahl hoch auf ganz Deutschland, so erhält man eine unglaubliche Zahl an weggeworfen Nahrungsmitteln. 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr in Deutschland „im Eimer“.

Übriggebliebene Lebensmittel dürfen nicht einmal mehr an Tiere verfüttert werden. Dies fordert zum einen die Lobby der Futterindustrie und hat aber auch hygienische Gründe. Es besteht die Gefahr, dass Krankheiten ausbrechen und übertragen werden, wie zum Beispiel die Vogelgrippe oder der Rinderwahn.

Gott sei Dank gibt es auch Lichtblicke. Großverteiler geben oft Nahrungsmittel, die nach einem Tag nicht mehr verkäuflich sind, wie zum Beispiel Brot an Organisationen weiter, die diese an arme und hilfsbedürftige Personen weitergeben. Die „Münchner Tafel“ ist hierfür ein Beispiel.

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen: Die falsche Einkaufsplanung, die scharfen Hygienevorschriften und die ästhetischen Kriterien, führen dazu, dass Lebensmittel in den Industrieländern verschwendet und weggeworfen werden. Während in den westlichen Ländern Nahrung weggeworfen wird, hungern weltweit circa eine Milliarde Menschen. Die vorhandenen Lebensmittel, würden für die Weltbevölkerung reichen. Das Problem ist das „Preisdumping“ und die fehlende gerechte Verteilung der Nahrungsmittel.1

Folgendes Filmmaterial ist sehr zu empfehlen:

Tipps für den Verbraucher

  • Im Kühlschrank werden schnell Lebensmittel nach hinten geschoben – ältere Produkte werden übersehen und schließlich nicht mehr gegessen. Tipp: Lebensmittel nach Verfallsdatum ordnen. (ältere Produkte in das Blickfeld rücken und frische Produkte, die noch länger haltbar sind nach hinten einordnen)
  • Oft werden Lebensmittel weggeworfen nur weil das Verfallsdatum erreicht ist. Das Verfallsdatum ist nur ein Richtwert – Nahrungsmittel sind sehr oft noch mehr als 1 Woche nach Verfallsdatum genießbar. Tipp: Ist das Verfallsdatum bei Lebensmitteln erreicht sollte man zuerst das Produkt begutachten und probieren, denn oftmals sind diese noch genießbar.
  • Richtiges Einkaufen! Beim Wocheneinkauf kann man schnell den Überblick verlieren und man kauft Lebensmittel ein, die man nicht innerhalb einer Woche essen kann. (teilweise nicht lange haltbare Lebensmittel) – Lebensmittel werden weggeworfen. Tipp: Die Erstellung eines Essensplans für die Woche kann den Wocheneinkauf sehr erleichtern, denn es werden Lebensmittel gekauft, die man wirklich benötigt. Auch spart es Zeit beim Einkaufen, wenn man weiß welche Lebensmittel man für die Woche einkaufen muss.
  • Geld sparen! Man sollte lieber weniger Lebensmittel kaufen als zu viele, denn erfahrungsgemäß werden nicht so viele Lebensmittel verbraucht. Auch kosten Lebensmittel Geld, das man durch kluge Kalkulation spart – Alles was im Müll landet kostet Geld 
  • Öfter den Kühlschrank aufräumen und eventuell einen „Restetag“ in der Woche einführen. Es gibt viele Gerichte die einen Variationsspielraum bei benötigten Zutaten bieten, beispielsweise Wok-Gemüse. Bei diesem Gericht kann man viele Gemüsesorten, die noch vereinzelt im Kühlschrank vorhanden sind miteinander kombinieren – sehr gesund, sehr lecker und keine Lebensmittel wurden weggeworfen. 🙂

 

Wenn Sie diese Tipps umzusetzen versuchen, werden Sie schnell merken, dass weniger noch genießbare Lebensmittel sinnlos verschwendet werden.

Tun sie sich, ihrem Geldbeutel und der Umwelt diesen Gefallen!

Gebet

Lieber Gott,

wir können uns jeden Tag Lebensmittel kaufen,

Angst vor Hungertod brauchen wir nicht haben.

Lass uns für die beten, die wie der verlorene Sohn Essen aus dem Eimer essen müssen

und für die, die täglich um ihre Existenz kämpfen.

Wir können durch unser Handeln großes Verändern, deshalb

hilf uns verantwortungsvoller und bedachter mit unseren Lebensmittel umzugehen,

dafür danken wir dir jetzt und in alle Ewigkeit.

Amen

Quellen

 

  1. vgl „ Filme für eine Welt“, http://www.filmeeinewelt.ch (Stand: 26.03.2014)

Mit Essen spielt man nicht! Nahrungsmittelspekulationen

Bei Nahrungsmittelspekulationen handelt es sich um das Wetten auf Preisänderungen auf dem Lebensmittelmarkt.

Auf dem sogenannten Terminmarkt verpflichten sich Weizenproduzenten bis zu einem bestimmten Datum eine bestimmte Menge an Weizen zu liefern. Es wird ein Preis festgelegt, für den der Händler diesen Weizen abnimmt.

Diese Verträge werden Futures genannt. Auf das Steigen oder Fallen dieser können Spekulanten gegen Gebühr bei sogenannten Hedgern (Absicherer) Geld setzen. Der Spekulant verkauft hierbei den Weizen zu einem höheren Preis weiter. Auch auf ganze Agrarpakete, sogenannte Indexfonds, kann gesetzt werden. [i]

Fasten05_01Auch in der Bibel finden zu dem Thema Gerechtigkeit Anstöße. Denn Reichtum allein macht nicht glücklich und sollte nicht das Ziel unseres Handelns sein. Die Gerechtigkeit ist ein Grundpfeiler der christlichen Sozialethik und sollte somit der Leitfaden unserer Taten sein. Im Buch der Weisheit lesen wir zur Gerechtigkeit  folgendes:

Weish 8,5-9

Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben,

was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt?

Wenn Klugheit wirksam ist,

wer in aller Welt ist ein größerer Meister als sie?

Wenn jemand Gerechtigkeit liebt,

in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit, die Tugenden, die im Leben der Menschen nützlicher sind als alles andere.

Wenn jemand nach reicher Erfahrung strebt:

sie kennt das Vergangene und errät das Kommende, sie versteht, die Worte schön zu formen und Rätselhaftes zu deuten;  sie weiß im Voraus Zeichen und Wunder und kennt den Ausgang von Perioden und Zeiten.

 

So beschloss ich, sie als Lebensgefährtin heimzuführen;

denn ich wusste, dass sie mir guten Rat gibt und Trost in Sorge und Leid.

Copyright: Lina Ismail 2014
Copyright: Lina Ismail 2014

Im Jahre 2007 und 2008 gab es in über 30 Ländern 115 Millionen mehr hungernde Menschen als zuvor. Und wieso? Weil die Preise der Nahrungsmittel immer drastischer anstiegen. Um genau zu sein, um 126% bei Reis und Getreide sowie um 71% bei anderen Lebensmitteln.
Auch heute steigen die Preise für Lebensmittel weiterhin an.
Am härtesten trifft es hierbei vor allem die Entwicklungsländer.

Vergleicht man die durchschnittlichen Ausgaben der Haushalte in Deutschland mit denen eines Entwicklungslandes, so ergibt sich folgende Aufstellung:

Ein deutscher Haushalt gibt für Lebensmittel etwa 10 – 20% des Einkommens aus.
Ein Haushalt in einem Entwicklungsland hingegen bis zu 60 – 80%.

Die Preissteigerung der Lebensmittel um z.B. 71% richtet folglich in deutschen Haushalten keinen  allzu großen Schaden an. In Entwicklungsländern kann dadurch aber eine überlebenswichtige Mahlzeit am Tag entfallen.

Doch wer ist für die Preissteigerung verantwortlich? Es gibt immer mehr Spekulanten auf dem Nahrungsmittelmarkt. Die Gesetze sind freigiebiger und mit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes und der daraus folgenden Finanzkrise 2008 stiegen viele Spekulanten auf den Lebensmittelmarkt um. Durch diese Spekulationen, die auf den größtmöglichen Profit ausgerichtet sind, steigen die Lebensmittelpreise nahezu in´s Unermessliche.
Natürlich spielt z.B. der Ernteausfall und eine hohe Nachfrage eine Rolle, doch der Hauptgrund sind exzessive Börsenspekulationen!

Zusammen gegen Ungerechtigkeit

Die Fastenzeit bietet für uns Christinnen und Christen den Anlass über den Tellerrand hinauszublicken. Während hierzulande viele versuchen sich mit dem Essen einzuschränken, müssen nicht allzu weit weg von uns Menschen Hunger leiden.

Copyright: Lina Ismail 2014
Copyright: Lina Ismail 2014

Der Bauer der den ganzen Tag unseren Weizen erntet geht mit knurrendem Magen in´s Bett. Während wir mit Tüten bepackt unseren Wocheneinkauf die Treppe hinauf schleppen zählt für eine asiatische Mutter jedes Reiskorn mehr, das ihre Familie zum Abendessen hat.

Ein dauerhaftes schlechtes Gewissen hilft da aber nur wenig. Wenn ihr euch aktiv gegen die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln einsetzen wollt, dann informiert euch bei eurer Bank, ob diese an Lebensmittelspekulationen teilnimmt und nehmt das Recht wahr jederzeit die Bank wechseln zu können. Auch Organisationen, wie zum Beispiel „Foodwatch“, arbeiten aktiv mit um dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken.

Es gibt zahlreiche Wege sich zu engagieren, man muss nur den ersten Schritt wagen.

Lieber Gott,

leere Teller, leere Bäuche auf der einen Seite und volle Schränke, volle Taschen auf der Anderen.
Solange dieses Ungleichgewicht nicht aufgehoben ist belasten Spekulanten weiterhin ihr Gewissen.

Nächstenliebe.

Danach sollten wir handeln.
Gib uns den Mut uns stets daran zu erinnern.
An die Liebe.

Amen.

Quellen

[i] Siehe: http://reset.org/knowledge/nahrungsmittelspekulation?gclid=CNTytM7Job0CFU3HtAodPmQABg

 

Weh denen, die auf ihrem Lager Unheil planen und Böses ersinnen.

Wenn es Tag wird, führen sie es aus; denn sie haben die Macht dazu.

Sie wollen Felder haben und reißen sie an sich, sie wollen Häuser haben und bringen sie in ihren Besitz.

Sie wenden Gewalt an gegen den Mann und sein Haus, gegen den Besitzer und sein Eigentum.

(Micha 2,1-2)

Schon in der Bibel wird vor materieller Gier und Habsucht gewarnt. Raffsucht ist nicht nur eine individuelle Fehlmoral. Es ist ein Gesellschaftsthema, hervorgerufen durch einen ungezähmten Elementartrieb des Menschen: dem Egoismus. Möglichst viel, möglichst modern, möglichst beeindruckend sollen die Besitztümer sein. Unter welchen Umständen und mit welchen Folgen für die Mitmenschen das jeweilige Gut angeschafft wird, interessiert die Wenigsten. Motto der heutigen Gesellschaft: Jeder ist sich selbst der Nächste.

Neben dem verschwenderischen Konsum von Gütern wie Kleidung und Nahrungsmitteln, tritt in unserer digitalen Welt auch immer mehr der Trend zum Konsum von elektronischen Bequemlichkeitshilfsgütern in den Vordergrund.

Das Handy

Fast jeder in unserer heutigen Zeit besitzt eines, wenn nicht, mehrere Handys. Alle 18 Monate kauft ein Bürger im Durchschnitt ein neues Handy. Doch wissen wir als Verbraucher auch darüber Bescheid, was für Material in unseren Handys steckt und unter welchen Bedingungen und mit welchen Folgen es abgebaut wird? Auf Antwort drängende Fragen, über die sich jedoch mit Sicherheit nur die geringsten der Neuweltmenschen mal Gedanken gemacht haben – mit tiefgreifenden Folgen. Wir wollen Sie aufklären…

Coltan – kein Handy kommt ohne es aus.

Aus dem seltenen Erz Coltan wird das begehrte Metall Tantal gewonnen, auf das bei der Handyproduktion nicht verzichtet werden kann. Ein alternativer Stoff, der ebenso leistungsfähig, haltbar, biegsam und hitzebeständig ist, wurde bislang nicht gefunden.

Lebensgefährlicher Bergbau

Neben Förderungen aus Brasilien, Asien und Australien, kommt mehr als die Hälfte des weltweit abgebauten Coltans aus Afrika. Das größte Vorkommen und die meisten Abbauminen befinden sich in der Republik Kongo, einem der – trotz reicher Bodenschätze – ärmsten Länder der Welt.

Da die Nachfrage nach Mobilgeräten in unserer westlichen nicht-genug-kriegenden Konsumgesellschaft stetig steigt, erhöht sich dementsprechend auch die Nachfrage nach dem wertvollen Coltan. Dies hat zur Folge, dass in Gebieten, in denen noch vor nur wenigen Jahren tiefster Dschungel herrschte, heute völlig unkontrollierter Bergbau betrieben wird – die Auswirkungen auf die dortige Tier- und Umwelt können Sie sich wohl vorstellen.

Tausende von Arbeitern sind an den vielen hundert Minen mit der Gewinnung des Erzes beschäftigt. Doch unter welchen Bedingungen?

Von Sicherheitsstandards für die Arbeitenden oder von Gütesiegeln für die Einhaltung von Nachhaltigkeit-Standards fehlt oft jede Spur. Die Minen – meist nur provisorische Stollen – könnten – und sind es teilweise bereits –  jederzeit in sich zusammenbrechen und tausende von Menschenleben unter sich begraben.

Damit nicht genug. Die Arbeitsbedingungen in den oft vorherbestimmen Gräbern sind extrem hart, die Minenarbeiter arm und ohne Zukunftsperspektive. Für einen Hungerlohn von ein paar Cent, genauer vier Euro pro 50kg Coltan – das von den ausbeuterischen Minenbetreibern bei gleichem Gewicht für das 18-fache weiterverkauft wird – arbeiten, graben und leben schon minderjährige Kinder in hunderten von Metern Tiefe bei unerträglicher Hitze und furchtbaren Bedingungen bis hin zur totalen Erschöpfung.

„Als ich das erste Mal in das Loch kriechen musste, habe ich es unten nicht lange ausgehalten. Ich konnte die Hitze nicht ertragen und hielt es nur zwei Stunden dort unten aus. Ich musste aber immer wieder runter, viel arbeiten und dann wieder raus. Es war sehr heiß und ich konnte es kaum aushalten.“ (16-jähriger Minenarbeiter aus Bisie, Kongo)

Einmal als Arbeiter dort, ist es schwer, der Minenarbeit wieder zu entkommen. Denn den Gewinn, den die Arbeiter aus dem Hungerlohn machen, verlieren sie größtenteils in den hohen Steuern, die von den verschiedenen minenbesitzenden Rebellengruppen erhoben werden. Die meisten Arbeiter können es sich so nicht leisten, die Gegend wieder zu verlassen. Sie sind Gefangene in einer Gegend, in die sie meist noch freiwillig gekommen sind, in verzweifelter Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben.

Millionen von Tote durch Coltan

Das begehrte Coltan ist zudem in dem ohnehin konfliktreichen Osten der Republik Kongo der Grund, dass es häufig zu Ausschreitungen zwischen den Minenbesitzern und zu blutigen Bürgerkriegen kommt. Die rivalisierenden Parteien versuchen meist mit Unterstützung von militärischen Einheiten, möglichst viele der oft illegalen Minen zu erobern, aus denen sie so viel Geld gewinnen können. Bei diesem Krieg, der nun schon seit über 15 Jahren im Kongo herrscht, sind bis heute über Millionen von Menschenleben getötet, Dörfer überfallen und ganze Familien vernichtet worden.

Mit dem Gewinn aus dem Geschäft mit Coltan, den die Minenbetreiber in Zusammenarbeit mit Rebellenorganisationen erwirtschaften, werden oft direkt neue Waffen gekauft und der Bürgerkrieg weiter angetrieben. Die Zahl der Toten nimmt kontinuierlich zu.

Finanzieren wir also mit dem Kauf eines Handys einen schon lange andauernden, blutigen Krieg? 

Handyhersteller und ihre blutigen Handys

Die Handyhersteller wissen von den katastrophalen Bedingungen und den sogenannten „Blutmaterialien“, die laufend mehr Tote fordern. Längst haben Menschenrechtsorganisationen auf den Bürgerkrieg-fördernden Abbau von Coltan hingewiesen und unter dem Schlachtruf „Kein Blut im Handy“ auf Veränderungen gedrängt.

Die Probleme sind nicht neu. Doch die Mobilfunkunternehmen, Opfer des ungezähmten menschlichen Elementartriebes, fürchten um ihr Geschäft, behaupten, man könne die Herkunft des Erzes nicht genau zurückverfolgen. Und so blieben mehr als ein Jahrzehnt die Minenarbeiter ihrem Schicksal überlassen.

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont

Durch das erst kürzliche Publikwerden der soeben geschilderten Fakten unserer „Bluthandys“, stehen die Unternehmen unter steigendem Druck. Die Forderung wurde laut, dass alle Handy-Hersteller sich dazu verpflichten sollen, kein Coltan aus afrikanischen Krisenregionen mehr für die Produktion zu verwenden.

Menschenrechtsorganisationen verlangen in Bezug darauf nach mehr Transparenz über die Produktions- und Handelswege. Da diese – laut den Mobilfunkunternehmen – jedoch „so schwer zurückzuverfolgen“ seien, wurde nun ein Verfahren entwickelt, bei dem sich durch eine Analyse der Gesteine die Herkunft des Minerals bestimmen lässt. Der Handel mit Bürgerkriegsregionen kann somit gezielter verhindert werden.

Die Firmen sollen in den kommenden Jahren auf „unblutige“ und „faire“ Produktionsschritte untersucht und entsprechend zertifiziert werden.

Höchste Zeit für Veränderungen

Fasten07_1Ein Durchschnittsbürger leistet sich alle eineinhalb Jahre ein neues Handy. Durch neue, verbesserte Programme und längere Akkulaufzeiten wird von den Mobilfunkunternehmen die kurze Verbrauchsdauer gefördert.

Wann haben Sie ihr letztes Handy gekauft und warum?

Durch den egoistischen Konsumrausch fallen weltweit jährlich geschätzte 1,8 Millionen Tonnen nicht recyclebarer Elektroschrott an. Gleichzeitig fördert die „digitale Revolution“ und die steigende Nachfrage unserer konsumorientierten Gesellschaft so den Coltan-Abbau und den damit verbundenen Bürgerkrieg. Ist ein neues Handy uns wichtiger, als das Leben eines Menschen?

Viel zu viel Zeit ist vergangen, zu viele Menschen gestorben, zu viel Blut an bereits produzierten Handys. Es ist unsere Aufgabe, den betonierten Egoismus aus seinem Fundament zu reißen und uns unserer Verantwortung für unsere Mitmenschen bewusst zu werden. Eine zivilisierte Gesellschaft muss um soziale Balance kämpfen und alles tun, um Ungerechtigkeit zu Gerechtigkeit zu verwandeln.

Wir als Verbraucher sind jetzt gefragt: Was können wir gegen den Handy-Wahn tun? Wie können wir den Minenarbeitern helfen?

  • Ein älteres Handy, das nicht alle aktuellen Features besitzt, ist nicht gleich ein funktionsuntüchtiges Handy. Ein kritisches Überdenken der Notwendigkeit, sich alle 1 bis 2 Jahre ein neues Handy anschaffen zu müssen, könnte bei einer bewussten Entscheidung dagegen Menschenleben retten.
  • Und falls Sie sich doch für ein neues Handy entscheiden sollten: werfen Sie ihr Alt-Handy nicht einfach weg, sondern geben Sie es bei einer Handy-Sammelstelle, beispielsweise bei NABU ab. So landet ihr Handy nicht auf dem Müll, sondern kann weiterverarbeitet werden.(nähere Informationen zu NABU unter: http://www.nabu.de/themen/konsumressourcenmuell/waskannichtun/handyrecycling/mitmachen/).
  • Zudem sollten Sie sich bei ihrer Kaufentscheidung genauer über den Hersteller informieren. Wir möchten ihnen den sozial engagierten Mobiltelefonhersteller Fairphone vorstellen. Von ihm werden die ersten „fair gehandelten Handys“ vermarktet. Diese werden mit konfliktfreien Mineralien und unter fairen Produktions- und Arbeitsbedingungen hergestellt. Mit der Entscheidung zum Kauf eines dieser Handys, können Sie viel bewirken und mit einem kleinen Schritt zu einer großen Veränderung beitragen. (weitere Informationen zu Fairphone: http://www.umweltdialog.de/de/verbraucher/leben-und-wohnen/archiv/2013-05-29_Das-erste-faire-Handy.php)
  • Zu guter Letzt möchten wir Sie auch auf die Organisation hinweisen, die die Probleme unserer gierigen Handy-Wahn-Gesellschaft erkannt hat und nicht wie die meisten wegschaut, sondern das Problem anpackt.  Die Idee dahinter heißt „Phoneblok“ – der Prototyp eines Handys, bei dem einzelne Handyteile beliebig ausgetauscht werden können, wenn sie kaputt gegangen sind oder der Nutzer eine aktuellere Version von ihnen haben möchte. Das einzigartige Projekt braucht dringend Unterstützung, um vollends umgesetzt werden zu können. Ein erklärendes Video zu der Idee und dem Prototypen des Handys, sowie Informationen, wie Sie das Projekt unterstützen können, finden Sie unter: https://phonebloks.com/en/goals .

„Der Mensch muss einen zügelnden Herrn über sich haben, weil er sonst maß- und ziellos lebt“[1].

„Lieber Gott, zügle unsere Gier und lass uns dankbar und zufrieden über das sein, was wir bereits haben. Öffne unsere Augen, damit wir erkennen, wo es in unserer Gesellschaft auf Veränderungen drängt und wie wir unseren Beitrag dazu und zu einer besseren Welt leisten können.

Wir bitten Dich, gib uns den Mut und die Kraft, diese Veränderungen – wo wir können – auch umzusetzen.

Amen. “

Hilfreiche Seiten:

http://www.duh.de/althandy.html

http://www.handysfuerdieumwelt.de/home/

Phonebloks:

https://phonebloks.com/en/goals

http://www.youtube.com/watch?v=oDAw7vW7H0c

Quellen



[1] Vgl. Schorlemmer, F., Das Prinzip der Gier, Internetseite: http://www.friedrich-schorlemmer.de/docs/2013-07-11-Gier.pdf, aufgerufen am 27.03.2014