16
NOV
2016

SMV-Seminar: Durch den Monsun zum Petersberg

Wir schreiben das Jahr 2016, das Kalenderblatt verrät uns das Datum, den 17. Oktober, es ist 15:14 Uhr. Alle neugewählten Ehrgeizlinge unserer Schule sind in einem feuchtwarmen Tagungsraum versammelt. Zwei angestrengte Bildungsbeauftragte werfen sich einen entschlossenen Blick zu. „Herzlich Willkommen zum diesjährigen SMV-Seminar…“

Im Nachhinein erscheint es mir überaus mutig, dass sich unsere Verbindungslehrerinnen Frau Marx und Frau Rötzer abermals auf diese beinahe zweitägige Tortur eingelassen haben. Organisation der Erholungsfahrt, der damit verbundene Zeitaufwand, eine Unzahl von (Muster-)Schülerinnen, man kann sagen was man will, den beiden gebührt unsere Hochachtung.

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Freie Zeit mit unseren Freundinnen, Engagement simulieren und keine Schule. Sie können sich vorstellen, wie verlockend das für uns Schülerinnen klingt, wo wir doch so ungemein überlastet sind. Manch einer würde behaupten, dass es sich allein deswegen lohnt, sich in solch ein wichtiges Amt wählen zu lassen. Ein Stück weit ist es zwar zutreffend, andererseits versetzt das hervorragende Ergebnis der Sitzungen nicht nur mich in eine euphorische Stimmung.

Größtenteils wurde nämlich produktiv gearbeitet; Denkprozesse wurden durch beispiellose Instruktionen unserer Meisterinnen der Lehrkunst eingeleitet. Das facettenreiche AK- Angebot kann sich wahrlich sehen lassen, die motivierten Mädchen zeigten sich buchstäblich von ihrer besten Sonnenseite und auch ein epischer Schulball ist in Planung. Was tatsächlich umgesetzt werden kann, werden wir dann ja sehen. Wenigstens das Potenzial ist vorhanden und an kreativen Impulsen fehlt es nicht.

Auch unsere allseits geschätzte Direktorin Schwester Karolin Kuhn stattete uns Montagnacht einen Besuch ab, im Anhang eine nette Dame von einer anderen Lernanstalt, die begeistert zuhörte. Heiß ersehnte Botschaften rund um den Umbau und die Schulgemeinschaft wurden uns kundgetan und das außergewöhnlich originelle Jahresmotto ´MiteinAnger- Vielfalt als Chance´ führte zu der ein oder anderen Freudenträne schülerseits. Außerdem war noch genug Zeit für jegliche Fragen; unsere Schulleiterin zeigte sich ausnehmend kooperativ und geduldig.

Nun kommen wir zu dem wohl wichtigsten Teil: das Essen. Also, man muss ja zugeben, die Nahrungsaufnahme war ein purer Genuss. Ob saftiger Apfelkuchen, buntes Salatbuffet oder köstliche Spaghetti; Verhungern war jedenfalls unmöglich. Und die großzügigen Zimmer, die ländliche Umgebung… Das war der reinste Traum.

Das Wetter war durchgängig dezent regnerisch, aber das war eigentlich nebensächlich. Was dieses Seminar einfach unvergesslich machte, war unter anderem die turbulente Hin- und Rückreise. Erstmals wurde Frau Marx´ arme Hand in der S- Bahntür eingeklemmt, die wohl defekt war. Während der Befreiungsaktion fuhr der beschränkte Bahnfahrer dann auch noch los. Nur zu eurer Information: Frau Marx war zu dem Zeitpunkt noch nicht gerettet worden. Wir Schülerinnen waren ein bisschen geschockt, Frau Marx´Pfötchen war gequetscht, aber es konnte weitergehen. Gute Besserung an dieser Stelle.

Die Rückfahrt dauerte wegen unerwünschten Personen auf den Gleisen einige Stunden, aber das war ebenfalls unwichtig, denn an diesem Tag bekam der Begriff ´Fremdschämen´eine ganz neue Bedeutung, als ein paar Zehntklässlerinnen während der Bahnfahrt anfingen, ´Durch den Monsun` von Tokio Hotel `mitzusingen`- und das sehr laut (und sehr falsch). Frau Marx handelte intuitiv, sie versteckte sich hinter ihrer Zeitung, Frau Rötzer lächelte leicht gequält und die Fahrgäste bekamen aufgrund der ungewollten Gesangsdarbietung ernstzunehmende Panikattacken.

Insgesamt ein gelungenes Seminar, mit Ergebnissen, die mehr als zufriedenstellend sind, sensationellen Anekdoten, die man sich noch lange erzählen wird, und einer fantastischen Gemeinschaft, die von Respekt und Wohlwollen zeugte.

Laura Dumberger, 10c