26
NOV
2019

„Nicht das Leben mit Tagen, sondern die Tage mit Leben füllen.“

Das ist das Motto von Christine Bronner, Gründerin des Ambulanten Kinderhospizes München (AKM). Nachdem sie zwei Kinder verloren hatte und niemand zu ihrer Unterstützung da war, gründete sie 2004 die Stiftung. Das AKM unterstützt alle Familien, in denen mindestens ein Kind an einer lebensbedrohlichen oder lebensverkürzenden Erkrankung leidet. Der andere Fall, bei dem sie helfen, ist, wenn ein Elternteil bereits verstorben oder sterbenskrank ist. Sie begleiten die Familien (im Gegensatz zu Erwachsenenhospizen) ab der Diagnose und bis über den Tod hinaus. Darüber hinaus kümmern sich auch um Schattenkinder, das heißt Kinder, deren Geschwister schwer erkrankt sind und die deswegen oft zu wenig Zuwendung bekommen. Im Moment betreut die Stiftung 357 Familien, deren Leben durch einen Krankheitsfall oftmals aus den Fugen geraten ist.

Am 12.11.2019 bekamen wir im Rahmen des bilingualen Religionsunterrichts Besuch von Frau Büttner (Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit) und Frau Gassert (Seelsorgerin), die beide im AKM tätig sind. Sie erklärten uns ihre Aufgaben und Allgemeines zur Stiftung. Danach durften wir noch Fragen stellen, zu allem, was uns auf dem Herzen brannte. Frau Gassert, die jahrelange Erfahrung mit der Betreuung mit Sterbenden hat, erzählte uns Geschichten von ihren Begegnungen mit todkranken Kindern. Diese waren oft rührend und überraschenderweise ebenso erheiternd. So lockerte sie die Stimmung auf, wann immer es zu bedrückend wurde und betonte, dass der Umgang mit Sterbenden nicht nur tragische, sondern auch schöne und herzliche Momente beinhaltet.  Außerdem stellte uns Frau Büttner zwei der Projekte des AKM vor, die „Herzenswünsche“ und „Familienpatenschaften“. Bei letzterem rechnete sie uns vor, dass sie 6.500 Euro benötigt, um eine Familie ein ganzes Jahr zu unterstützen, und dass bei der wachsenden Anzahl der betreuenden Familien die Suche nach „Familienpaten“ besonders wichtig ist. Die Doppelstunde, die die beiden da waren, war sehr interessant und lehrreich.  Beide Referenten betonten, wie wichtig es ist, sich in Grenzsituationen Hilfe zu suchen und diese nicht aus Scham auszuschlagen. Der Leitgedanke des AKM „gemeinsam sind wir stärker“ wird uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

(Cosima Storr, 10a)