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DEZ
2018

Gedanken zum Advent

In der Hektik der Vorweihnachtszeit möchten wir gemeinsam mit unseren Schülerinnen auch in diesem Jahr wieder kurz innehalten und mit ihnen nachdenken über das, was diese "stade Zeit" für uns bedeuten kann und worauf sie uns eigentlich vorbereitet. Jede Woche bis Weihnachten wird es hierzu einen Impuls geben, der von Religionslehrkräften und ihren Klassen erstellt wird.

2. Woche (10. Dezember 2018)

 

Schließe die Augen
Jetzt ist alles dunkel
Du kannst nichts mehr sehen
Dunkel, wie in der Nacht
Dunkelheit verbreitet Unsicherheit, vielleicht sogar Angst?
Doch du siehst ein Licht. Ein kleines Licht.
Ein kleines Licht kann viel bewirken und die dunkle Nacht erhellen.
Das Licht wird größer und größer.
Es verbreitet Helligkeit, Zuversicht und Freude.

 

So ist es auch im Advent. Es kommt ein Licht ins Dunkel – ein Licht, das all die Dunkelheit vertreibt. Das Licht ermöglicht uns, dass wir voll Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft blicken dürfen, besonders in Zeiten der Dunkelheit.
Diese Woche feiern wir am 13. Dezember das Fest der Hl. Lucia, die der Legende nach Armen und Kranken Essen brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden. So ist sie eine Lichtträgerin, die Licht in die Dunkelheit der Armut und Schwachheit bringt.
Spüre ich auch, dass ich es in mir trage?
Lasst uns auch aufbrechen und zu Licht werden, um es weiterzutragen.

 

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1. Woche (3. Dezember 2018)

Heute haben wir den 3. Dezember. Vielleicht hast Du an Deinem Adventskalender heute Morgen schon das 3. Türchen aufgemacht. In vielen Familien wurde an diesem Wochenende die erste Kerze am Adventskranz angezündet. Adventskalender und Adventskranz sind Hilfen, die die Zeit auf Weihnachten begleiten. Die Tage bis zum Christfest vergehen für manche viel zu langsam. Sie können es gar nicht erwarten, bis das Fest da ist und die Weihnachtsfreude und die Geschenke. Für andere vergeht die Zeit bis Weihnachten viel zu schnell. Sie haben noch keine Ideen, was sie schenken könnten, sie möchten noch die Wohnung oder das Haus schmücken, sie haben viel zu tun und sind im Stress.

 

Der Advent will eine geschenkte Zeit sein. Eine Zeit zum Nachdenken. Eine Zeit zum Vorbereiten. Ein Geburtstagfest steht bevor! Wie soll das Fest gefeiert werden? Wie wirst Du das Geburtstagkind empfangen? Überlegst Du schon, wem Du eine Freude machst, damit es an Weihnachten hell werden kann?

3. Woche (17. Dezember 2018)

 

Halt! Stop! Durchatmen
Puh, meine To-Do Liste ist endlos lang, jede Woche steht eine Klausur oder Schulaufgabe an. Ich hetze nur durch die Innenstadt, vorbei an allen Touristen, die den Münchner Christkindlmarkt genießen. Es sind noch lange nicht alle Geschenke gekauft – mach ich eh alles online – woher soll ich mir auch die Zeit nehmen, in die volle Innenstadt zu gehen?
Es sind zig Veranstaltungen, Feiern, Termine – Plätzchen will ich ja schließlich auch backen. Und ist der Advent eh nicht gefühlt viel kürzer als sonst? Wo soll denn da die Weihnachtsstimmung aufkommen?

 

Halt! Stop! Durchatmen!
Auch wenn die Zeit vor Weihnachten so besonders stressig ist, ist sie eine bedeutsame Zeit.
Advent – Ankunft, wir feiern die Ankunft des Herrn.
Aber wir dürfen nicht durch diese Zeit rennen und somit diese „Ankunft“ beschleunigen oder die
Bedeutung der Zeit vergessen.
Der Advent benötigt auch Momente der Ruhe und Einkehr für die wirkliche Vorbereitung auf das,
was wir feiern.
 
Gott des Lebens und des Friedens.
In dir leben wir, bewegen uns und sind wir.
Wir bitten dich,
lass die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten
eine sinnvolle Zeit für uns sein,
in der wir zum Wesentlichen zurückkehren.
Lass uns aufmerksam sein für die Menschen um uns
und für dein Wort, das du für uns hast.
Heute und alle Tage unseres Lebens.
Amen.

(Unbekannter Verfasser)

 

Food for thought (Denkanstoß)

  1. Was stresst mich in dieser Adventszeit am meisten?
  2. Kann ich diesen Stress vermeiden oder mindern?
  3. Was kann ich in der nächsten Woche für mich tun, um zur Ruhe zu kommen?
  4. Was kann ich für meine Familie und Freunde tun, damit auch sie sich auf Weihnachten

    freuen können?

 

 

2. Woche (10. Dezember 2018)

 
Advent heißt Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Gott kommt auf die Erde!


Und nun lesen Sie den Text von unten nach oben!

 

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1. Woche (3. Dezember 2018)

Guten Morgen – seid ihr schon wach?
Im dunklen Dezember ist es wohl besonders anstrengend, früh morgens – viel zu früh – aufzustehen und sich auf den Weg zur Schule zu machen. Es ist kalt und nass und dunkel, und überhaupt ist das kuschelige Bett doch viel zu bequem zum Aufstehen.
Aber gleichzeitig hat es seinen ganz besonderen Reiz, im Winter ganz früh unterwegs zu sein: der Geruch von frischem Schnee, das Funkeln der allerersten Lichtstrahlen auf der weißen Straße, Lichterketten an Häusern und Geschäften, vielleicht eine Laterne in einem Fenster.
Die Adventszeit ist eine besondere Zeit – eine Zeit voller Eindrücke, eine Zeit der Stille und Besinnung, der Vorfreude und Erwartung. Für die Kirche ist sie aus gutem Grund der Anfang des Kirchenjahres: Zeit, all das hinter sich zu lassen, was im letzten Jahr nicht so gut gelaufen ist. Zeit für einen neuen Anfang, für einen Blick nach vorn. „Richtet euch auf und erhebt eure Häupter“, heißt es im Lukas-Evangelium. Richtet euch auf – traut euch etwas zu. Ihr seid von Gott geliebt, jede Einzelne, ohne Wenn und Aber. Erhebt eure Häupter – auch wenn einmal etwas schiefgelaufen ist: Kopf hoch, eine neue Zeit fängt an, eine neue Chance für euer Leben.
Aber „Kopf hoch“ heißt keineswegs, hochnäsig zu werden. Im Gegenteil: Das „neue Leben“, von dem die Evangelisten sprechen, gelingt nur in Demut, im Miteinander, im Mensch-Sein. So bedeutend ist diese Menschlichkeit, dass Gott selbst ein Mensch wird. Als hilfloses, neugieriges, geliebtes Kind will er selbst in unserer Welt ankommen. Darum geht es im Advent am allermeisten: Gott im Alltag ankommen zu lassen.
Vielleicht kannst du dir einen Augenblick Zeit nehmen und überlegen, was das für dich in dieser Adventszeit bedeuten kann: Was möchtest du in deinem Leben erneuern? Welche Ziele möchtest du dir ganz persönlich setzen? Und wie kann Gott durch dich in die Welt kommen?
"Richtet euch auf und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe."
Eine gesegnete Adventszeit!