27
JUL
2016

Berlinfahrt der 10. Klassen

Unsere Fahrt nach Berlin fing früher als für uns gewohnt an. Wir trafen uns am Montag, 18. Juli, um 6:45 Uhr an der Schule und fuhren gegen 7 Uhr los. Die lange Busfahrt haben wir alle doch sehr gut überstanden und den Tag mit einem Spaziergang durch unseren Kiez, wie die Berliner es nennen, den Prenzlauer Berg, ausklingen lassen. Jede Schülerin hat ein Minireferat vorbereitet, die wir über die ganze Woche verteilt gehört haben. Auf unserem Spaziergang erfuhren wir so schon einige interessante Informationen zu unserem Viertel und über Berlin.

Zusammen mit der 10c sind wir, die 10b, in den Bundestag gegangen. Nachdem wir eine Sicherheitskontrolle passiert haben, durften wir uns das Gebäude dann auch von innen anschauen. Ein paar Schülerinnen mussten zwar ganz gefährliche Gegenstände wie einen Lautsprecher und einen kleinen bemalten Stein abgeben, aber ansonsten hatten wir keine größeren Opfer bringen müssen. Wir hatten einen sehr interessanten Vortrag über den Bundestag, der jedoch aus Reinigungsgründen nicht im Plenarsaal, sondern in einem Nebenzimmer gehalten wurde. Trotz allem durften wir ihn uns ansehen.

Die anderen Tage hielten ebenfalls viel Programm für uns bereit. In Hohenschönhausen besuchten wir das Stasigefängnis. Umso länger wir uns darin aufhielten und mehr Informationen wir bekamen, desto bedrückender und eingesperrter fühlten wir uns. Nach der Besichtigung verstanden wir diesen Ort und seine Auswirkungen auf die Insassen. Den Mittwochnachmittag war der „Tränenpalast“, einem ehemaligen Grenzübergang an der Friedrichstraße, gewidmet.

Besonders beeindruckend war die Führung zur Gedenkstätte der Berliner Mauer. Sehr anschaulich wurde uns mit den Stelen entlang der ehemaligen Mauer und Bildern an manchen Hauswänden das Leben in der Bernauer Straße gezeigt. Wir tauchten ein in die Geschichten einer Straße, die in der Mitte geteilt war, wo Tunnel von West- nach Ostberlin gegraben wurden und Menschen jeden Alters und Geschlechts sich noch in letzter Sekunde durch die Fenster nach Westberlin auf die sichere Seite zu retten versuchten. Sobald die Hand damals aus dem Fenster gestreckt wurde, war diese im Westen, der Rest des Menschen jedoch im Osten.

Außerdem besuchten wir noch die CDU-Parteizentrale. Ein netter Referent zeigte uns das Gebäude und erinnerte uns immer wieder an die Gummibärchen und kühlen Getränke am Ende der Führung, was uns dann doch immer wieder für einen weiteren Schritt – wir waren schon recht müde – motiviert hat. Vier Tage Berlin locken einen irgendwann aus der Reserve.

Den letzten Tag beendeten wir entspannt und mit weniger Laufen bei einer Schifffahrt auf der Spree mit anschließendem Besuch der East Side Gallery, einem bemalten Mauerabschnitt von Künstlern aus unterschiedlichen Ländern.

Sehr müde, dafür mit guten Erinnerungen an das leckere Frühstück im Hostel, den gemeinsamen Abenden beim Tischtennis und Kicker spielen, stiegen wir in den Bus und versuchten alle ein bisschen von dem verlorenen Schlaf nachzuholen. Bis kurz vor München gestaltete sich das auch gut, dann haben wir die Autobahn verlassen und uns auf Grund der Umstände vor Garching an einem Sportplatz von unseren Eltern abholen lassen. Wir sind alle gesund nach Hause gekommen. Und wir hatten eine supertolle Woche!

Text: Nicole Vierheilig, 10b
Bilder: Antonia Gyger, 10b