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DEZ
2014

2. Platz beim bundesweiten „tat:funk“-Wettbewerb

Die Aufgabenstellung des P-Seminars „tat:funk“ lautete: „Erstellt ein Radiofeature für den tat:funk Wettbewerb.“ Die Umsetzung und das Thema waren den Schülerinnen frei gestellt, mit der kleinen Einschränkung, dass das Thema mit München zusammen hängen soll. Dies stellt natürlich eine sehr große Herausforderung dar. Vor allem, wenn eine Gruppe zusammen kommt, in der sich die Schülerinnen untereinander kaum kennen und auch völlig verschiedene Interessen vertreten. Doch genau diese Herausforderungen haben die Schülerinnen dazu gebracht, über sich hinaus zu wachsen und ein wirklich großartiges Ergebnis abzuliefern.

Die Schülerinnen haben sich für das Thema: „NSU-Morde in München“ entschieden. Dies ist ein heikles Thema, das sehr viel Feingefühl fordert. Es ist ein Thema, bei dem man viel falsch machen kann. Gerade deswegen ist die Umsetzung der Schülerinnen außerordentlich mutig gewesen. In diesem Radiofeature werden, durch unterschiedlich gestaltete Beiträge, viele Facetten dieses Themas behandelt. Dabei bekommen die Täter, aber vor allem die Opfer des NSU eine Stimme. Die lückenhafte Arbeit der Polizei und die der Medien werden aufgedeckt, während das mangelnde Interesse in der Gesellschaft kritisiert wird. Gleichzeitig beweisen die Schülerinnen hier das richtige Fingerspitzengefühl. Das Thema „NSU-Morde in München“ wird auf spannende Weise bearbeitet, so dass der Zuhörer auch gerne den Hörspiel-Anteilen lauscht. Jedoch wird das Geschehen nicht theatralisch und überspitzt dargestellt, was von großer Bedeutung bei solch‘ heiklen Themen ist.

Detlef Kuschka, langjähriger Chefredakteur und stellvertretender Programmdirektor bei Antenne Bayern, jetzt Coach und Workshoptrainer, sagte in seiner Laudatio bei der Preisverleihung: „Das Ergebnis ist brillant. […] Sehr dicht, dramaturgisch geschickt gestaltet. Ihr habt keine Angst vor diesem „schweren“ Thema. Ihr habt Euch getraut. Und mit Eurer Sendung bekommen die Münchner Opfer, alle Opfer des NSU endlich Gehör. […] Dass ausgerechnet so junge Nachwuchs-Journalisten ein Thema aufgreifen, das in der Öffentlichkeit viele nicht mehr hören wollen oder sogar nie hören wollten – das verdient großen Respekt. Und Ihr habt mit Recht den zweiten Platz in diesem Jahr bekommen. Nicht nur für die wirklich sehr gut gemachte Sendung – sondern auch für Euer Anliegen, für Euren Mut und Eure Haltung. “

Wir als Teilnehmerinnen, dieses Seminars, sind stolz auf unser Werk und natürlich sehr froh, dass unsere Arbeit in diesem Maße gewürdigt wird. Denn für uns war dieses ganze Projekt auch eine Zeit des Lernens. Es hat uns teilweise an unsere Grenzen gebracht und uns weit über den schulischen Rahmen hinaus beschäftigt. Aus diesem Grund hat auch das gesamte Seminar den NSU-Prozess besucht. Jeder Einzelne hat sein Bestes gegeben und sich eingebracht so gut er konnte, so konnten wir uns auch gegenseitig bereichern. Dieses Engagement hat letzten Endes zu dem 2. Platz beim tat:funk-Wettbewerb geführt.

Doch natürlich wurden wir auch unterstützt. Aus diesem Grund möchten wir uns Bedanken, zuerst bei Frau Hovestadt, die uns unser Projekt selbst gestalten ließ und uns trotzdem mir Rat zur Seite stand, wenn wir sie brauchten. Außerdem bei Eveline Kubitz, unserem Mediencoach, die uns immer unterstützt hat und, trotz unserer chaotischen Gruppe, nie die Nerven verloren hat. Und last but not least bei allen Interviewpartnern und Sprechern, die sich für unser Radiofeature zur Verfügung gestellt haben.

Hören sie sich das Ergebnis doch einmal selbst an und bilden Sie sich eine eigene Meinung