08
NOV
2017

SMV-Seminar Petersberg 2017

Montag, 23. Oktober 2017, 12.23 Uhr. Alle Schülerinnen sitzen brav im Unterricht und lauschen (mehr oder weniger) interessiert ihrer hoffentlich letzten Lehrkraft für den Tag. Wirklich alle? Nein, nicht gänzlich. Denn ein paar Sonderlinge haben sich von dem Rest ihrer Klasse getrennt, um sich zu treffen und mit nur zwei begleitenden Lehrerinnen – nämlich Frau Marx und Frau Gasser – in die Nähe von Dachau zu fahren. Ich halte fest: über 30 komplett verrückte Teenager und zwei (halbwegs) zivilisierte Erwachsene wollen gemeinsam für fast zwei Tage einfach aus dem Schulleben verschwinden, um ihre eigenen Pläne zu verwirklichen, die Weltherrschaft – naja, zumindest die vorübergehende Herrschaft über den Konferenzraum im Tagungshaus am Petersberg – an sich zu reißen. Kann das gut gehen?

Soviel kann ich vorweg nehmen: ja, ja das kann es. Zumindest mit einer ordentlich Portion Kuchen und literweise Kaffee intus. Denn das gab es gleich nach der Ankunft für die ganze Meute. Während des Essens waren alle Sorgen vergessen, wir haben uns auf die Zeit am Petersberg gefreut. Ich denke, ich spreche damit für alle, denn eine kleine „Klassenfahrt“ – zwar weniger mit der Klasse, als mit sämtlichen Vertreterinnen aus den Jahrgängen 8-12 – ist allemal besser als Unterricht und Ausfragen. So dachten wir zumindest. Aber wer kann denn schon ahnen, dass man sich bei so einem Seminar sowohl körperlich, als auch geistig so enorm betätigen muss…

Nun ja, da wir davon während unseres kleinen Festmahls noch nichts geahnt haben, gingen wir alle auch noch voller Elan (und Koffein) in die erste Versammlung. Die lief zu Beginn ungefähr so ab: wir bekommen Stift und Papier in die Hand gedrückt mit der Aufgabe, das aufzuschreiben, auf was wir uns während des Seminars freuen und was wir in der Zeit dort, aber auch im ganzen Schuljahr, erreichen wollen. Da fängt‘s schon an. Die Gehirne haben gekocht und uns Schülerinnen war anzumerken, wie wir so langsam das Limit unseres Denkvermögens erreicht hatten. Und so endete eine ursprünglich als stille Einzelarbeit geplante Aufgabe letztendlich in wildem Geschnatter, in dem sich alle mit den Personen in ihrem näheren Umkreis ausgetauscht haben. Als dann jede Schülerin ihre „persönlichen“ Ergebnisse vortrug, sammelten sich mit der Zeit (rein zufällig) recht ähnliche, wenn nicht sogar teilweise die gleichen Ideen an. Am kreativsten waren wir wohl mit dem, auf das wir uns während des Seminars freuen. Denn da trat zu gefühlt 90 % der Fälle unsere Vorfreude auf ein Kennenlernen der anderen zum Vorschein. Und da unsere liebenswerten Begleiterinnen uns unschuldigen Lämmchen so einen Wunsch nicht verwehren konnten, starteten wir gleich mit einem Marathon von Spielen und witzigen Aktionen, in denen wir uns alle näher kennengelernt haben.

Während dieser Zeit haben wir alle den Kuchen gut verdaut und in unseren Bäuchen war Platz für neues. Also gingen wir schnurstracks zum Abendessen, wo es eine gigantische Salattheke mit sehr viel frischem Gemüse gab, sowie Brot und kleinen Nudelgerichten. Nach dieser wunderbaren Mahlzeit ging es wieder tatkräftig ans Werk. Wir setzten uns hin und arbeiteten mit viel Einsatz an den unterschiedlichsten Problemen und Wünschen der Schule. Es wurden Idee zur Verbesserung und Umsetzung solcher Wünsche gesammelt und schließlich der Schulleiterin Sr. Karolin, die extra für uns auch nach Dachau gefahren ist, präsentiert. Die meisten Diskussionen drehten sich um die Kopierer, die derzeit an unserer Schule für große Probleme sorgen. Wir haben aber einige Lösungsvorschläge gefunden und mittlerweile auch schon zum Teil in die Wege geleitet. Nach dieser Versammlung ging es dann ab in die Heia.

Am nächsten Tag gingen wir nach einem wohltuenden Frühstück und einer erneuten Menge Kaffee die Besprechung der Aks an. Es wurden die neuen AKs „AK Schönes Schulhaus“ sowie „AK Organisation und Kommunikation (kurz: OK)“ gegründet, die das kommende Schuljahr verschönern und organisieren können. An den bereits vorhandenen Aks wurde auch noch viel gebastelt und geplant. Im Anschluss durfte noch jede AK-Gruppe ihre Neuerungen und Pläne vorstellen. Nach dem Mittagessen ging es dann wieder ab nach Hause. Die Zugfahrt lief Gott sei Dank ohne jegliche Komplikationen und nach ungefähr einer Stunde kamen wir alle wieder pünktlich am Marienplatz an und konnten gleich nach Hause gehen. Der restliche Nachmittagsunterricht blieb uns dann doch erspart, was für große Erleichterung gesorgt hat.

Alles in allem war das ein sehr ergiebiges und gelungenes Seminar, in dem wir viel erreicht und geschafft haben.

Miriam Wördehoff (9a)