erster Dezember

 

Betrachte das Bild ein paar Minuten in Ruhe.
Mache Dir Gedanken, was dieses Bild mit Weihnachten zu tun hat.

 

Die Jünger sind auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Sie sind völlig enttäuscht: Jesus, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, wurde gekreuzigt. Alles scheint sinnlos. Ein Mann gesellt sich zu ihnen. Er erläutert ihnen, warum Jesus sterben musste. Allmählich öffnet er ihnen die Augen. Ihre Angst und Verzweiflung schwinden, es wird ihnen warm ums Herz. Die Jünger begreifen, dass der Tod Jesu unausweichlich war, denn dieser ist die Geburt des neuen Lebens.

 

Auf dem Bild sehen Sie, dass sich die bunten Farben Jesu im Herzen der Männer widerspiegeln. Genauso wie sein Tod, war auch seine Geburt ein Neuanfang. Tod und Geburt gehen Hand in Hand und bedingen sich gegenseitig, aus diesem Grund gibt es ohne Ostern kein Weihnachten!

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Das Volk, das in der Finsternis lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind. (Jes 9,1)

Dez3_Bild1Die Hoffnung ist das Licht, das jeder Mensch in sich trägt. Manchmal ist es hell, manchmal ist es dunkel und gerade im Advent können wir dem Funken mehr Aufmerksam- keit schenken, neue Hoffnung schöpfen und das Licht an andere weitergeben.

In der Hektik des Alltags scheint der Funke zu verblassen, doch in unserem Herzen glüht er weiter, wir müssen ihn nur wahrnehmen und nähren.

 

 

Nehmt euch in dieser besonderen Zeit die Ruhe, die ihr braucht, um die Hoffnung neu zu entdecken und neue Kraft aus ihr zu gewinnen, denn wenn die Hoffnung hell ist, vertreibt sie die Finsternis der Verzweiflung.

 

 

 

 

 

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4 Kerzen:

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.” Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz. Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.” Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus. Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.” Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht. Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!” Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.” Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

Quelle Unbekannt

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Überlege in Stille die beiden Fragen:

Was gibt mir an diesen Tagen Hoffnung?

Wie kann ich anderen Hoffnung geben?

 

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„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht des Menschen.“ (Joh 1,1-4)

  • Lies den Text mehrmals aufmerksam durch. 
  • Ersetze im Text den Begriff „Wort“ durch „Jesus Christus.“
  • Lies nun mit der Veränderung den Text noch einmal.
  • Überlege vor diesem Hintergrund, was der Text mit Weihnachten zu tun hat.

Gestaltet von Anna Schönrich und Paula Seifert, 10b

 

 

Mit „Ho, ho, ho“, Schlitten, roter Zipfelmütze und Rauschebart hat der Heilige dieses Tages nichts zu tun.

Er ist nicht der Weihnachtsmann, der aus der skandinavischen Tradition kommt und auch nicht der, aus der Coca Cola Werbung.

Der Bischof Nikolaus, dessen Gedenktag wir heute feiern, wird von allen christlichen Konfessionen verehrt und lebte und wirkte im 4. Jahrhundert in Kleinasien.

Nikolaus muss ein weites Herz gehabt haben und ein engagierter Mann gewesen sein. Von ihm wird berichtet, dass er den Armen und Bedrängten beistand, unschuldige Gefangene befreite und Schiffbrüchige rettete.

Wenn wir uns heute an den heiligen Nikolaus erinnern, so will er uns erinnern, dass wir in unserem Alltag unser Herz anderen öffnen.

Ein weites Herz können wir auf unterschiedliche Weise zeigen.

Wem möchte ich es öffnen?

 

Ambrosius von Mailand ist der Heilige des heutigen Tages.

In Bildern und Statuen wird er oft mit einem Bienenkorb dargestellt. Aber warum?

Heiliger Ambrosius

Die Legende sagt, dass ein Bienenschwarm sich über der Wiege des Kleinen niederließ ohne das Ambrosius zu stechen. Vielmehr sollen die Bienen Honig in seinen Mund geträufelt haben.

Vermutlich hängt diese Legende mit der späteren Fähigkeit Ambrosius‘ zusammen, in angenehmer Weise zu reden und in seinen Schriften eine „honigsüße Sprache“ zu verwenden.

Der heilige Ambrosius war ein engagierter Mann, der sich politisch einsetzte, Konflikten nicht aus dem Weg ging und Gewalt ablehnte.

 

 

 

Lassen wir uns heute vom heiligen Ambrosius daran erinnern, dass wir auf unsere Sprache achten, dass wir Dinge klar aussprechen ohne unser Gegenüber zu verletzen. Auch ein ehrlich gemeintes Kompliment kann ein wenig „Honig für die Seele“ ein.

 

 

 

 

 

 

 

Kristina Welsch, 10d

 

 

Mariae Empfängnis

Heute feiert die katholische Kirche ein Marienfest. 

Jeder Mensch ist in eine Geschichte mit seinen Eltern eingebunden.

Von seinen Eltern empfängt jeder ein schönes Erbe:

Viel Gutes, Begabungen und Kraft, die sein Leben bereichern und gestalten.

Eltern nehmen ihre Kinder aber auch hinein in Böses, Dunkles und Belastendes.

Der Glaube der Kirche nennt es "Erbsünde".

Die Gemeinschaft der Kirche feiert heute, dass Maria, die Mutter Jesu, das Glück hatte, von dieser Belastung durch ihre Eltern befreit zu sein.

 

Worüber kann ich mich freuen, was mir meine Eltern fürs Leben

mitgegeben haben?

Wo spüre ich ein Erbe, das mich belastet?

 

Frauentragen – Herbergssuche

Pauline Scheeser, 10b ,Maxima Bremsthaler, Anna Meyer, Fiona Knafl, 10c

In vielen Gemeinden lebt der Brauch des „Frauentragens“ wieder auf.

Darunter versteht man, dass Weitertragen einer Figur, die die heilige Maria als schwangere Frau zeigt. Vom ersten Adventssonntag bis Weihnachten an wird jeden Tag die Figur von einer Familie zu einer anderen getragen. Dort wird die Statue an einen geschmückten Platz gestellt und nach einer Hausandacht wird zusammen gegessen.

Mit diesem Brauch wird die alte Tradition der „Herbergssuche“ aufgenommen, wie sie im Lukasevangelium angedeutet ist.

Es geht um Unterwegssein und Aufnahme.

Gerade heute am „Tag der Menschenrechte“ erinnert uns dieser Brauch daran, dass viele Menschen auf der Suche nach Schutz und Unterkunft sind. Menschen, die geflüchtet sind und auf Aufnahme hoffen.

 

 

 

Dieser Brauch will nicht nur Tradition sein, er will uns auch die Augen für unsere Welt öffnen.

Lasse ich mich von der Not und Herbergssuche der anderen ansprechen?

 

 

 

Der Adventskranz

Gestaltet von Mariana Tollens und Liliana Brandt, 10d

Dem Hamburger Johann Hinrich Wichern (1808–1881), einem evangelisch-lutherischern Erzieher und Theologen, verdanken wir diesen schönen Brauch. Wichern hat sich armer, verwahrloster Kindern angenommen und zog mit ihnen in ein altes Bauernhaus - das „Rauhe Haus“ – dort betreute und versorgte sie.

Während der Adventszeit waren die Kinder ungeduldig und fragten, wann denn endlich Weihnachtsfest käme. 1839 baute deshalb aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen. Jeden Tag in der Adventszeit wurde eine kleine Kerze angezündet, an den Adventssonntagen eine große Kerze mehr. Jetzt hatten die Kinder die verbleibende Zeit bis Weihnachten vor Augen und konnten sich über jedes neue Lichtlein freuen.

Der Adventskranz ist ein Symbol und lässt viel entdecken:

Seine Kreisform wird als Erdkreis gedeutet und die vier Kerzen als die vier Himmelsrichtungen. Das Tannengrün verweist auf die Farbe der Hoffnung und des Lebens und die rote Schleife gilt als ein Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen.

Aber auch andere Deutungen sind möglich.

 

Heute zünden wir am Adventskranz die zweite Kerze an.

Kennst Du Lieder, die dazu passen?

Gemeinsam um den Adventskranz sitzen mit einander reden, sich freuen über

diese Zeit mit der Familie und mit Freunden tut gut.

Wen lädst Du ein?

Ich blickte nach oben, da war alles voller heller Lichter. Sie waren hell, so hell, dass ich meine Augen wieder schließen musste. Ich bewegte mich, obwohl ich einfach nur dalag. Plötzlich spürte ich ein Ruckeln. Ich schaute mich um und sah ganz viele Lebkuchen, die alle so aussahen wie ich. Das Fließband wurde breiter und auf einmal lag neben mir ein Lebkuchenmädchen. Sie war wunderschön und ich wollte sie ansprechen, als sie sagte: „Hi, ich bin Ginger und wie heißt du?“ „Ich heiße Kingsley.“ Wir fingen an uns zu unterhalten und ich fragte sie, woher sie denn käme. „Ich komme ursprünglich aus Ägypten, meine Vorfahren lebten dort um 350 v. Chr. und gehörten dem Geschlecht der Honigbrote an. Mein Opa war Römer und hieß Panis Mellitus. Es wurde ihm dort zu heiß und deshalb wanderte er nach Nürnberg aus und landete in der größten Lebkuchenbäckerei Deutschlands. Dort lernte er meine Oma kennen und sie ...“

Wir wurden durch einen heftigen Mandelregen unterbrochen. Wir lachten laut und sie erzählte mit noch eine Geschichte, als es plötzlich dunkel um uns wurde. Es war lange dunkel, bis das Paket plötzlich geöffnet wurde und ich in lachende Gesichter blickte. Im Hintergrund sah ich einen wunderschön geschmückten Christbaum und aus dem Radio tönte leise festliche Weihnachtsmusik. Wir hatten unser Zuhause gefunden.

(Giulietta Sigl, Anna Scheeser, Leonie Jahnke, Lena Walcher, Anna Schuster)

 

Jetzt wird es schon früh dunkel und kalt ist es auch.

Wen könnte ich einladen zum gemeinsamen Plätzchenbacken?

Mit wem möchte ich gern Tee trinken und Lebkuchen essen?

Rorate

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In den frühen Morgenstunden bevor die Sonne aufgeht, wird ein Gottesdienst gefeiert. Hierbei brennen in der dunklen Kirche nur die Kerzen.

Dieser Gottesdienst hat eine lange Tradition als „Rorate Amt“.

Von einem Lied aus dem 4. Jahrhundert – mit dem Kehrvers „Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum“ -, hat dieser Gottesdienst seinen Namen.

Übersetzt heißt dies: „Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, den Gerechten.“

Dieser Satz nimmt eine Stelle aus dem Propheten Jesaia (Jes 45,8) auf, in der Gott dem Volk einen Neuanfang verspricht.

Viele von uns kennen das Lied „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab“, welches ein typisches Adventslied ist.

„Tauet Himmel den Gerechten“ – wer sehnt sich nicht nach einer besseren Welt, ohne Kriege und Konflikte? Die Hoffnung, dass sich der Himmel öffnet, Freude, Leben und Friede spürbar werden, kennen wir alle.

Um auf ein solch großes Fest vorbereitet zu sein, muss man Vorbereitungen treffen. Hier geht es nicht um Geschenke, sondern darum, etwas für sich zu tun: In sich zu gehen. Wahrzunehmen, wo ich schwach bin, unter Druck stehe, mich verliere.

 

 

Ob wir es schaffen, frühmorgens bei einem Rorate-Amt unserer Gemeinde mitzufeiern oder still zu werden im persönlichen Gebet. Wichtig ist, sich aufzumachen, sich einen Neuanfang schenken zu lassen, damit der Himmel an Weihnachten sich für mich und meine Mitmenschen öffnen kann.

Gestaltet von Luzy M. da Silva, 10d

Um die Heilige Lucia von Syrakus ranken sich viele Legenden.

Dass sie eine engagierte und einfallsreiche Frau gewesen sein muss, will der Brauch zeigen, der vor allem in Schweden zuhause ist. Dort tragen Mädchen Kränze mit brennende Kerzen auf dem Kopf. Sie stellen damit das mutige Engagement der heiligen Lucia dar.

Christen, die sich in den Katakomben vor Verfolgung verstecken mussten, versorgte Lucia an den dunklen Zufluchtsorten. Um beide Hände frei zu haben, um Lebensmittel zu tragen, trug sie die Kerzen auf dem Kopf.

 

Die heilige Lucia kann uns ein Vorbild sein, mit Kreativität und Mut der Not zu begegnen und Licht ins Dunkel zu bringen.

Wie kann ich heute einem Menschen „Licht“ bringen?

 

 

 

Mit unserem Adventskalender 2017 laden wir Dich ein, Dir täglich ein paar Minuten Zeit zu nehmen. Weihnachten verbinden wir mit der Geburt Jesu. Und ohne ihn hätte Weihnachten nicht die heutige Bedeutung. Deshalb möchten wir Dir Weihnachten in einem ersten Schritt aus theologischer Sicht nahebringen. Eine zweite Sequenz beschäftigt sich mit dem weihnachtlichen Brauchtum, den vielen liebgewonnen Heiligen und den damit verbundenen Bräuchen.

In der Vorbereitungszeit auf Weihnachten, die mehr ist als nur das Warten aufs Christkind, geht der Ruf an uns, Dir die Hintergründe des Advents zu veranschaulichen. Was ist an Weihnachten so besonders, dass es nach über 2000 Jahren immer noch eine so große Rolle im Leben der Christen spielt?

In einem dritten Teil wollen wir Deinen Blick erweitern: Weihnachten auf den „zweiten Blick“: Gestalten der Weihnachtsgeschichte: Gabriel, Maria, Josef, die Könige und natürlich Jesus, das Licht der Welt. Den Abschluss bildet dann eine meditative Einstimmung für die letzten Tage vor Weihnachten. Lasse Dich in den kommenden Wochen täglich von uns mitnehmen, die Adventszeit besinnlich und in aller Stille zu begehen.