Mit unserem Adventskalender 2016 laden wir Dich ein, Dir täglich ein paar Minuten Zeit zu nehmen. „Weihnachten“ verbinden wir mit der Geburt Jesu. Aber Weihnachten ist auch eine Geschichte von Unterwegs sein, Herbergssuche, Bedrohung und Flucht.

Heimat, Unterwegs sein, Ankommen – dies kann sehr unterschiedlich erlebt werden: glücklich, aber auch belastend.

In der Vorbereitungszeit auf Weihnachten, die mehr ist, als nur das Warten aufs Christkind, geht der Ruf an uns, genauer hinzuschauen, hinzuhören und mitzufühlen.
Auf dem Weg nach Bethlehem wollen diese Kalenderblätter Reisebegleiter zu uns selbst und zu den anderen sein.

Die Alte, die auf Gott wartete

Es war einmal eine alte Frau, der hatte der liebe Gott versprochen, sie heute zu besuchen. Darauf war sie natürlich nicht wenig stolz. Sie scheuerte und putzte, backte Kuchen und tischte auf. Und dann fing sie an, auf den lieben Gott zu warten. Auf einmal klopfte es an die Tür. Geschwind öffnete die Alte, aber als sie sah, dass nur ein alter Bettler draußen stand, sagte sie: „Nein, in Gottes Namen, geh heute deiner Wege! Ich warte eben gerade auf den lieben Gott, ich kann dich nicht aufnehmen!“ Und damit ließ sie den Bettler gehen und warf die Tür hinter ihm zu. Nach einer Weile klopfte es von neuem. Die Alte öffnete dieses Mal noch geschwinder als beim ersten Mal. Aber wen sah sie draußen stehen?

Nur wieder eine arme alte Frau. „Ich warte heute auf den lieben Gott. Wahrhaftig, um dich kann ich mich jetzt nicht kümmern!“ Sprach’s und machte der Alten die Türe vor der Nase zu. Abermals eine Weile später klopfte es zum dritten Mal an ihre Tür. Doch als die Alte öffnete – wer stand da, wenn nicht schon wieder ein zerlumpter und hungriger Bettler, der sie inständig um ein Stück Brot zum Essen und ein Dach über dem Kopf für die Nacht bat.“ Ach, lass mich doch in Ruhe! Ich warte auf den lieben Gott! Ich kann dich nicht bei mir auf-nehmen!“ Und der Bettler musste weiter wandern und die Alte fing aufs Neue an auf den lieben Gott zu warten. Die Zeit ging dahin, Stunde um Stunde. Es ging schon auf den Abend zu und noch immer war der liebe Gott nicht zu sehen. Die Alte wurde immer bekümmerter. Wo mochte der liebe Gott nur geblieben sein? Zu guter Letzt musste sie betrübt zu Bett gehen. Bald schlief sie ein. Im Traum aber erschien ihr der liebe Gott.

Er sprach zu ihr: „Dreimal habe ich dich heute aufgesucht und dreimal hast du mich hinausgewiesen!“

Willi Hoffsümmer

Quelle: Hoffsümmer, Willi in: http://www.rpi-virtuell.net/workspace/AA9F32B8-A2B3-4239-B880-2C3F5DC58609/elisabeth%20und%20andere%20stars/ideen%20zu%20elisabeth/material_fremde_beherbergen.pdf (Zugriff am 09. 11.2016)

 

Zur Besinnung:

Hast Du nicht auch manchmal das Gefühl, es müsste etwas ganz Besonderes passieren?

Überlege, auf was wartest Du oder wo wünschst Du Dir, dass sich etwas zum Besseren wendet!

Jesus in Liedern zu preisen, in einem tollen Song "Halleluja" mitzusingen, das macht echt Spaß.

Aber was heißt es wirklich, Jesus zu lieben? Wie könnte das in Deinem Leben aussehen?

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Platte machen

Auf meinem Weg zur Schule sehe ich oft Männer, die „Platte machen“. So sagen die Obdachlosen von sich selbst, wenn sie irgendwo im Freien, in Hauseingängen oder einem geschützten Eck, einen Platz zum Schlafen gefunden haben. Sie sind draußen, bei jedem Wetter, ihre paar Habseligkeiten in Plastiktüten neben sich.

Ich wundere mich, wie selbstverständlich es für mich ist, dass es Menschen in meiner Stadt gibt, die kein Zuhause haben. Ich habe mich daran gewöhnt, sie in der Grünanlage auf meinem Schulweg zu sehen.

Wie kann das sein, dass ich mich an diesen Anblick gewöhnt habe?

Wie kann das sein, dass Menschen so leben müssen?

Was kann ich dafür tun?

 

Wie ein Blatt im Wind

Wie ein Blatt im Wind

hin und her getrieben.

An jedem Ort unerwünscht

Platte machen,

mit einem Auge wachen.

Mit Gott und sich selbst

im Zerwürfnis liegen.

Wie ein Blatt im Wind

hin und her getrieben.

Auf der Suche nach einem Ort.

 

Quelle: https://vereinwohnungslosenhilfe.wordpress.com/category/gedicht/ (Zugriff am 09.11.2016)

 

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Vor dem zweiten Advent

Heute Abend zünden wir die zweite Kerze an.

In dieser dunklen Jahreszeit wirkt das Kerzenlicht besonders heimelig. Wir sitzen daheim zusammen, trinken Tee und die Kerze am Adventskranz brennt. Wir sind still und schauen in die Flamme der Kerze.

Wie schön es ist, so beisammen zu sein, im warmen Wohn-zimmer. Wir spüren, dass wir einander haben, ein Gefühl, das man nicht kaufen kann. Für ein paar Minuten ist alles gut.

Ich freue mich auf Weihnachten und weiß, dass ich schon jetzt beschenkt bin. Ich habe eine Familie, ich habe ein Zuhause.

Es gibt viele Menschen, die sehnen sich nach einer glücklichen Familie und einem Zuhause, wo sich wohlfühlen können.

Ich denke an sie. Ich wünsche ihnen, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht. Ich frage mich, wie kann ich dazu beitragen?

Tag der heiligen Barbara

Um das Leben der heiligen Barbara, die vermutlich Ende des 3. Jahrhunderts lebte,
ranken sich viele Legenden.
Eine bekannte Legende erzählt, dass Barbara einen sehr eifersüchtigen Vater hatte,
der sie in einen Turm sperren ließ, um sie vor den Blicken der anderen Männer zu schützen.

Oft wird sie deshalb mit einem Turm dargestellt.
Ihr Zuhause wurde für sie zum Gefängnis.

Vermutlich war der Grund, warum sie ihr Vater eingesperrt hatte, ein anderer.
Barbara hatte sich zum Christentum bekehrt, was ihm überhaupt nicht passte.

Er versuchte nun auf diese Weise, ihre Kontakte abzuschneiden.

 

Zum Nachdenken:

Bei welcher Gelegenheit fühle ich mich eingesperrt?

Erlebe ich es auch, unter Druck gesetzt zu werden?

Von den Erwartungen meiner Eltern, meiner Umgebung?

Wie gehe ich damit um?

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Das Kind im Sand

Bild_fünfterDezWenn ich an Meer und Strand denke, dann denke ich an Ferien und Sonne. Mir fallen schöne Urlaubserinnerungen mit meiner Familie ein: Spielen, schwimmen und Sandburgen bauen. 

Als ich das Bild vom Strand in Bodrum an der türkischen Küste gesehen habe, traute ich meinen Augen nicht. 

Ein kleiner Bub, drei Jahre alt, liegt im Sand. Sein rotes T-Shirt ist hoch-gerutscht, man kann sein Bäuchlein sehen. Es sieht aus, als würde er schlafen, aber das Kind ist tot. Seine Familie war auf der Flucht. Das Boot war gekentert. Der Kleine ist ertrunken.

Oft sehe ich im Fernsehen lange Schlangen von Flüchtlingen, viele, viele Menschen, Menschenmassen. 

 

 

Lass uns neu hinschauen! 

Es sind nicht Massen. Es sind Menschen.

Jeder hat eine eigene Hoffnung.

Jeder hat eine eigene Geschichte.

 

Gedicht von Julia Späth und Lucy Göler

Ein Junge,
unschuldig und klein,
hilflos und allein.
Mit einer mit Wasser gefüllten Lunge
liegt er am Strand
im schmutzigen Sand.
Sein Boot versank im Meer
und so spülten ihn die Wellen hier her.
Kinder wie er sollten auf dem Spielplatz springen
und nicht um ihr Leben im Meer ringen.
Dieses Schicksal trifft viele von ihnen,
denn sie alle müssen von zu Hause fliehen.
Dort herrschen die Krieger
und der Tod ist der Sieger!

Sankt Nikolaus: Anteil nehmen und Anteil geben

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Dieser Bischof hat im 4. Jahrhundert gelebt und er verbindet bis heute alle christlichen Kirchen, denn er ist ein Heiliger, den sie alle verehren.

Dieser sensible Mann muss wohl ein weites Herz gehabt haben und sehr großzügig gewesen sein. Noch bevor er Bischof war, so erzählt es eine Legende, erfuhr er von der Not eines Vaters. Dieser Mann war so arm, dass er seinen drei Töchtern keine Mitgift geben konnte. Für die Mädchen hätte dies der Weg in die Prostitution bedeutet, ihre Situation war aussichtslos. Die Legende erzählt weiter, dass Nikolaus ein beträchtliches Vermögen geerbt hatte und er entschloss sich, dieser Familie zu helfen. In drei aufeinanderfolgen Nächten, so wird erzählt, habe Nikolaus jeweils eine Goldkugel durch das Fenster in das Zimmer der Mädchen geworfen. Die Mädchen konnten heiraten und das schwere Schicksal und die Schande blieb der Familie erspart.

 

Lieber heiliger Nikolaus...

Lieber heiliger Nikolaus,
komm doch heut in unser Haus,
Lehr uns an die Armen denken,
lass uns teilen und verschenken,
Zeig uns, wie man fröhlich gibt,
wie man hilft und wie man liebt.

Quelle: http://www.gedichte-fuer-alle-faelle.de/weihnachtsgedichte/index.php?fnr=400&szaehler=1t (Zugriff am19.11.2016)

 

Anregung:

Mit was könntest Du heute einem Menschen in Deiner Umgebung eine Freude machen?

 

 

Geh deinen Weg

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Geh deinen Weg.
Er wird deiner sein,
wohin immer er führt.
Lass dir Zeit nachzudenken,
zu fragen, zu erinnern, abzuwägen.
Geh deinen Weg.
Überstürze dich nicht.
Lass dich nicht aufhalten.
Wenn möglich, geh nicht allein.
Wenn nötig, trenne dich.
Auf deinem Gesicht liegt der Glanz Gottes.
In deinem Herzen schlägt die Liebe Gottes.
Aus deinen Händen entstehen Wunder Gottes.
Deine Füße reichen weit
und sind tapferer als deine Pläne.
Deine Arme sind lang genug,
um wenigstens einen Menschen zu umarmen.
Geh mutig deinen Weg.
Auf dir ruht der Segen Gottes.

G. Engelsberger; Gebete für den Gottesdienst, Kreuz- Verlag, 2002

 

Wir sind unterwegs auf unserem Lebensweg. Manchmal ist der Weg leicht und gerade. Manchmal geraten wir an Abzweigungen, stehen vor Entscheidungen.

Wie sollen wir weitergehen? Welchen Weg sollen wir nehmen?

Geh deinen Weg. Er wird deiner sein, wohin immer er führt.

Wir sind nicht allein unterwegs. Gott begleitet uns.

 

Anregung für diesen Tag:

Geh heute ganz bewusst deinen eigenen Weg.

Vielleicht probiert du einen neuen Weg aus?

Verwurzelt sein

Gesegnet ist der Mensch, der sich auf Gott verlässt und dessen Zuversicht Gott ist.
Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.
Denn auch wenn die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte. ( Jeremia 17, 5-8)

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Es war einmal ein Baum. Neben ihm plätscherte fröhlich ein Bach und die Bienen summten in der warmen Frühlingssonne. Der Baum streckt sich nach einem langen Winter und lässt seine Blätter spießen. Wasser und Leben durchströmen ihn, die Sonne wärmt ihn. Es geht dem Baum gut- so gut, dass es besser eigentlich gar nicht sein könnte. Aber der Frühling vergeht. Es wird heißer und heißer. Der Bach trocknet immer mehr aus. Die zarten grünen Blätter des Baums verwelken. Braun und spröde fallen sie zu Boden. „Ich kann nicht mehr“, denkt der Baum, „ich habe keine Kraft mehr. Ich schaffe es einfach nicht mehr“. Am liebsten würde er aufgeben. Aber- was ist das? Tief in ihm regt sich etwas. Eine Stimme? Eine Spur von Lebenskraft? Hoffnung, die sich nicht zerstören lässt?

„Gib nicht auf. Das Leben ist zu schön. Fang an zu kämpfen.“

Mit aller Kraft strecke der Baum seine Wurzeln tiefer und tiefer in den Boden, bis er das Grundwasser erreichte. Auf diese Weise überstand er noch zwei weitere harte Wochen.
Es kamen bessere Zeiten und als das erste Hochsommergewitter kam und der Regen auf das Bäumchen herabströmte, wusste der Baum, dass es sich gelohnt hatte, nicht aufzugeben.

Anregung für diesen Tag

Halte heute Ausschau nach fünf Dingen, die dich glücklich machen und dir Kraft spenden.

Wohin gehst du?

Heute bin ich einem freundlichen Mann begegnet.
„Wohin gehst du?“, fragte er mich. Ich nannte ein Nachbardorf.
„Wohin gehst du?“, fragte er nochmals. Ich nannte nochmals das Dorf. „Wohin gehst du?“, fragte er abermals. Da wurde ich unsicher.
Und während ich weitergehe, frage ich mich selber: „Wohin gehst du?“

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Ich gehe meinen eigenen Weg, unabhängig von den anderen. Zu einem Ort, an dem ich mich sicher und wohl fühle. Ich kann mir überlegen, wohin ich gehe, ob dieser Weg gut ist und zum Ziel führt. Ich kann neue Wege ausprobieren, Erfahrungen machen. Ich kann mich an anderen Menschen orientieren oder ganz neue Wegstrecken ausprobieren.

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Vielleicht geht es bei der Frage „ Wohin gehst du?“ nicht immer um den Ort, wo man hingeht. Eigentlich ist das ganze Leben ja ein langer Weg. Wenn man ein ungeborenes Kind fragen würde „ Wohin gehst du?“ würde die Antwort vielleicht lauten, dass es auf dem Weg zur Welt ist. Ein Jugendlicher würde sagen „ Ich bin auf dem Weg in ein unabhängiges, erwachsenes Leben“. Man beginnt am Anfang dieses Lebenswegs und ist am Ende, wenn man stirbt. So führt der Weg zu Gott.

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Ich gehe von Tag zu Tag. Ich begegne vielen Menschen. Ich mache viele Erfahrungen. Was ist mein Ziel? Die Klasse gut zu schaffen? Ein gutes Abitur? Ein Beruf, der mich ausfüllt? Eine eigene Familie? Es ist gut, Ziele zu haben, zu wissen, wonach ich mich ausrichte. Und doch möchte ich den heutigen Tag nicht übersehen. Ich möchte Augen haben für das Glück, das mir gerade heute begegnet. Für die Liebe und Freundlichkeit, die ich an diesem Tag erfahre. Den Boden, den ich spüre, die Luft, die ich atme. Ich möchte heute leben und offen sein für das, was kommt.

Gott sagt: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst. (1. Mose 28)

 

 

 

 

Vom Auszug aller Ausländer

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Über den Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Häusern waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

„Los, kommt, es reicht, wir gehen.“
„Wo denkst du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?“ „Da unten? Das ist immerhin unsere Heimat! Wir tun einfach das,
was da an der Wand geschrieben steht: ‚Ausländer raus!‘“ Tatsächlich, mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf: Zuerst kamen die Kakaopäckchen heraus mit den Schokoladen in ihren Weihnachtsverkleidungen. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, kistenweise, Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat. Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf; Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, denn die Gewürze in ihrem Inneren zog es nach Indien. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen. Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten zurück ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um draußen nicht auszurutschen, denn von überall her quollen Öl und Benzin hervor, flossen zu Bächen zusammen und strömten in Richtung Naher Osten. Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – wenn auch nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich. Nur eines wollte nicht so recht ins Bild passen. Maria, Josef und das Kind waren geblieben. Drei Juden. Ausgerechnet.
„Wir bleiben“, sagte Maria, „wenn wir aus diesem Lande weggehen – wer will ihnen dann noch den Weg zurück zeigen, den Weg zur Vernunft und Menschlichkeit?“

aus: Kursbuch Konfirmation; Patmos VL, 2006

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Lieber Gott,

wir leben in der einen Welt. Wir genießen die Produkte fremder Länder. Wenn wir das alles nicht mehr hätten: Würden Eltern Wasser trinken statt Kaffee? Kinder Milch statt Kakao? Was wäre Weihnachten ohne Zimtsterne und Lebkuchen?

Wir leben in der einen Welt. Wir leben von einander und miteinander.

Lieber Gott, wir bitten dich, lass die Menschen respektvoll miteinander umgehen, egal welche Hautfarbe, Religion oder Herkunft sie haben.

Lass uns alle in Frieden miteinander leben und niemanden ausschließen.

Amen

Wichtig wie und wo ich bin

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Als Marilyn Monroe mit ihrem Mann in Beverly Hills eintraf, drängte sich das Personal des Hotels an den Eingang, um den berühmten Filmstar zu sehen. Nur der Küchenjunge verharrte an seinem Arbeitsplatz und putzte weiter Gemüse. „Ich bin an meinem Platz“, sagte er, „nicht weniger wichtig als Marilyn Monroe an ihrem.“
„Wichtiger!“, urteilte der Chefkoch, als er davon erfuhr. Und er erhöhte den Lohn des Küchenjungen.

Aus: Kursbuch Religion, Patmos Verlag, 2006

 

Jeder Mensch ist gleich viel wert. Egal ob Filmstar oder Küchenjunge. Jeder und jede ist einzigartig und besonders. Jeder ist wichtig an seinem Platz.

Wir sind Schülerinnen. Wir gehen zur Schule, sitzen am Schreibtisch. Wir lernen, denken nach, setzen uns mit vielem auseinander. Wir bereiten uns vor, um immer mehr Verantwortung zu übernehmen in der Welt.

Wir sind Töchter, Schwestern, Freundinnen. Andere Menschen lieben uns, vertrauen uns, brauchen uns. Ohne uns wäre ein Platz leer.

Gott sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. ( Jes 43,1)

Anregung für diesen Tag:

Du bist wichtig, wo und wie du bist.

Versuche einen Tag lang nichts zu tun, nur um bei anderen beliebt zu sein.

In der einen Welt zuhause

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Wenn wir die ganze Menschheit des Planeten Erde verkleinern würden auf ein Dorf von 100 Bewohnern, so sähe es in diesem Dorf ungefähr so aus:

  • 80 Menschen hätten nicht genügend Platz zum Wohnen.
  • 70 Menschen könnten nicht lesen und schreiben.
  • 50 von 100 Dorfbewohnern würden Hunger leiden, weil sie nicht genügend Nahrung bekommen.
  • Nur einer ist in der Schule so gut gewesen, dass er auf einer Universität ein Studium geschafft hat. Ebenfalls nur ein einziger der Dorfbewohner besäße einen Computer.
  • 6 Menschen würden 59 % des gesamten Reichtums besitzen und alle 6 kämen aus Amerika.

Falls du heute früh gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist du glücklicher als eine Million Menschen, die die nächste Woche nicht erleben werden.

Falls du nie einen Krieg erlebt hast, nie im Gefängnis gesessen hast, nie durch Folter gequält worden bist, dann bist du glücklicher als 500 Millionen Menschen auf der Welt.

Falls du ohne Angst in eine Kirche gehen kannst und an Gott glauben kannst, bist du glücklicher als 3 Milliarden Menschen auf der Welt.

Falls du einen Kühlschrank besitzt, falls du mit Kleidung angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum Hinlegen hast, bist du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.

Falls du diese Nachricht liest, kannst du glücklich sein, denn du gehörst nicht zu den 2 Milliarden Menschen, die nicht lesen und schreiben können.

 

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Lieber Gott,

wie banal es auch klingt: die Welt ist ungerecht.

Wir alle wollen das ändern, aber niemand tut etwas. Wir erleben Rassismus, Folter und Unterdrückung. Wir sehen, wie viele Menschen hungern. Und gleichzeitig sind wir dankbar, wenn es uns gut geht.

Gott, lass uns erkennen, dass wir alle zusammenhalten müssen, denn wir sitzen in einem Boot.

Schenke den Verantwortlichen Weisheit, die Welt zu einem guten Ort für alle zu machen.

Gib uns offene Augen und lass uns Not und Unrecht in unsere Nähe nicht übersehen.

Amen

ANKOMMEN - Was heißt Ankommen?

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Ankommen heißt, einen Ort zu finden, an dem sich dein Herz und deine Seele zu Hause fühlen, wo du zu Ruhe kommst und eine Umarmung mehr bedeutet als 1000 Worte.“ Quelle Zitat: Unbekannt

Ankommen hat für jeden Menschen eine andere Bedeutung.

Für viele heißt es einen festen Wohnsitz zu haben, Geld zu verdienen, die Sprache zu sprechen, Freunde zu finden.

Für andere heißt es einen Fuß über die Grenze zu setzen um vor Gewalt zu fliehen und den Krieg hinter sich zu lassen.

Christen bereiten sich in der Adventszeit auf die Geburt bzw. Ankunft Jesu an Weihnachten vor.

Wie und Jesus gelehrt hat heißt Ankommen in einer Gemeinschaft so angenommen zu werden, wie man ist und nicht wegen seiner Unterschiede ausgegrenzt zu werden.

 

Überlegt:
Was bedeutet Ankommen für euch?

Angekommen?

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Ich gehe über den Marienplatz, halte den Kopf gesenkt und versuche, die vielen Blicke zu ignorieren, die sich auf mich richten. Seit fast zwei Monaten bin ich jetzt hier und die feindseligen Blicke werden nicht weniger. Wenn ich wenigstens verstehen könnte, was die Leute sagen! Aber in der Schule, die ich besuche, geht es mit dem Deutschunterricht nur sehr langsam voran. Heute haben wir grade mal fünf oder sechs neue Wörter gelernt. Die werde ich den kleineren Kindern, die auch in der alten Turnhalle leben, wo ich untergebracht wurde, nachher gleich beibringen. Für sie ist es in Deutschland viel einfacher als für uns ältere. Sie können sich kaum noch an zuhause erinnern. Aber ich schon. Und ich vermisse es furchtbar, genauso wie meine Familie. Meine Eltern sind dageblieben, mein kleiner Bruder auf der Reise gestorben. Ich fühle mich schrecklich deswegen. Meine Eltern haben mir vertraut, dass ich auf ihn aufpassen könnte, und ich konnte es nicht. Meine Familie hätte mir die Ankunft in Deutschland bedeutend einfacher gemacht. Diejenigen, die es bis nach Deutschland geschafft haben, halten nicht einmal zusammen, was mich traurig macht. Gestern zum Beispiel hat es einen Streit gegeben. Es gab ein Missverständnis wegen dem Platz in der Turnhalle und fast hätten sich einige Flüchtlinge geprügelt. In der Turnhalle ist aber auch so eng, dass man kaum in seinem eigenen Bereich bleiben kann. Wir fühlen uns nicht willkommen, wegen der abweisenden Blicke, der „Wohn“verhältnisse und der schlechten Versorgung. Außerdem hat kaum jemand von uns die Chance, eine Job zu kriegen und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Trotzdem hoffe ich, dass ich hier ein besseres Leben haben kann als zuhause und dass ich dann etwas tun kann, um anderen Flüchtlingen die Ankunft in Deutschland zu erleichtern.

 

 

Lieber Gott,

Wir brauchen immer wieder diesen Perspektivenwechsel, ein Verständnis dafür, dass es anderen Menschen nicht gut geht. Ankunft heißt für jeden etwas anderes. Lass uns Brücken bauen und auf Andere zugehen, damit aus dieser unsicheren und traurigen Ankunft eine Freudige wird.

Amen

Ankunft: Eine neue Klasse

 


Bild_15Dez2Gedanken der neuen Schülerin am Abend davor:

Ich bin aufgeregt, weil ich morgen in eine neue Schule komme. Einerseits freue ich mich, aber andererseits hab ich auch Angst davor. Was ist wenn ich keine neuen Freunde finde? Oder wenn meine Banknachbarin gemein zu mir ist? Oder aber wenn ich das Klassenzimmer gar nicht finde? Ich will gar nicht daran denken mich vor der Klasse zu blamieren. Außerdem graut es mir davor in die Klassengemeinschaft nicht aufgenommen zu werden. Ach, das wird schon werden.

 

 

Der erste Schultag am Morgen darauf:

Ich stehe vor einer weißlackierten Tür, klopfe an und drücke die Klinke herunter. „Bitte lass es nicht die Besenkammer sein!“. Doch dahinter befindet sich glücklicherweise meine neue Klasse. Alle Augen richten sich auf mich und ich fühle mich plötzlich furchtbar fremd. Die Lehrerin stellt mich kurz vor, doch die eindringlichen Blicke mancher misstrauischen Schülerinnen durchbohren mich. Während ich zu meinem zugewiesenen Platz gehe, verschwinden meine Befürchtungen, als ich das strahlende Mädchen neben mir sitzen sehe.

 

Unsere Bitte an Gott:

Lieber Gott,

lass uns unsere Mitmenschen mit offenen Herzen und Augen entgegenkommen um anzukommen.

Amen

 

 

Was ist eine Herberge?

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Ihr kennt alle das Wort Herberge, ein Ort, wo man Unterkunft findet für einen bestimmten Zeitraum. Aber es gibt auch eine andere Herberge „eine Gefühlsherberge“, wo man Geborgenheit unter Freunden und Familie findet. Auch Maria und Joseph haben eine solche Herberge gesucht, doch sie wurden von den Bewohnern Bethlehems abgelehnt.

 

 

 

 

 

Im Lukas-Evangelium finden wir folgendes dazu:

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

 

 

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Auch wir suchen manchmal Herbergen in unserem Leben, Orte an denen wir sein dürfen wir sind. Das können Freunde und Familie sein, aber auch Sport-und Musikvereine. Wir können natürlich auch anderen eine Herberge geben und sie in unserer Gemeinschaft aufnehmen.

 

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Wann habt ihr schon Herbergen gesucht oder gegeben?

 

 

 

 

 

Aufgenommen werden

Stell dir vor, in eurem Land bricht ein Krieg aus. Stell dir vor, du müsstest fliehen, alles was du hattest hinter dir lassen. Stell dir vor, du kommst in ein neues Land, um ein neues Leben zusammen mit deiner Familie zu beginnen und du musstest all deine Freunde zurück lassen.

So ging es der 14 jährigen Samira. In Syrien ist ein riesiger Bürgerkrieg ausgebrochen und sie ist vor einem Jahr über die Balkanroute hier nach Deutschland geflohen. Hier darf sie endlich in die Schule gehen. Zuhause war sie nicht in einer Schule, weil dort der Krieg ihre Schule zerstört hat. Sie hofft, hier in Deutschland ihr Abitur machen zu können und Medizin studieren zu dürfen. Das war schon immer ihr großer Traum.

Bild_17DezJetzt ist sie in einer neuen Klasse, in der keiner einen Versuch unternimmt mit ihr Kontakt aufzunehmen, oder sich um sie zu kümmern. Herablassende Blicke, Beleidigungen und andere Gemeinheiten ihrer Mitschüler muss sie sich täglich gefallen lassen und die Lehrer sehen tatenlos dabei zu. Ihr Traum, nette neue Freunde zu finden oder glücklich zu sein, bleibt ein Traum, weil die Realität anders aussieht.

Anders ging es der 13-jährigen Aashita. Sie ist aus Afghanistan geflohen und ist seit zwei Jahren in Deutschland. Sie besucht nun eine Realschule und schreibt gute Noten. Sie hat viele neue Freunde gefunden, die ihn herzlich aufgenommen haben.

Überlege, wie du gerne aufgenommen werden würdest und gehe genauso mit anderen Menschen um.

 

 

 

 

 

 

 

Lieber Gott,

wir können der Grund sein, dass es anderen Menschen in unserem Land gut geht. Du hast uns gelehrt, dass wir unseren Nächsten lieben sollen – lass uns offen sein für andere Menschen, sei es Flüchtlinge oder neue Schülerinnen in einer Klasse, und hilf uns ihnen eine gute Ankunft zu ermöglichen.

Amen.

 

Offene Türen – Gutes weitergeben

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 Schon den ganzen Tag war ich voller Vorfreude auf meinen neuen Sportverein.

Umgezogen öffnete ich mit zitternden Händen die Tür zur Turnhalle. Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, verstummten alle Gespräche und ich wurde mit skeptischen Blicken gemustert.

Endlich ist die Stunde vorüber – so hatte ich mir das nicht vorgestellt! Die Mädchen hatten mich die ganze Stunde ignoriert und ausgelacht, während ich die Sportübungen ausführte. Erschöpft, enttäuscht, verletzt und hungrig verlasse ich die Turnhalle.

Da ich an einem Bäcker vorbekomme, kaufe ich mir eine Brezn um meinen Hunger zu stillen. An der U-Bahn angekommen, entdecke ich einen abgemagerten alten Mann, der genauso elend aussieht wie ich mich fühle. Mitleid überkommt mich und ich erinnere mich an meine schreckliche Sportstunde. Mit entschlossenen Schritten gehe ich auf den Mann zu, breche ein Stück der Brezn ab und gebe es ihm.

Ein lächeln erhellt sein Gesicht und er sagt mit rauer Stimme: „Danke, liebes Kind, Gott sei mit dir.“

Zufrieden und glücklich gehe ich nach Hause, denn obwohl ich schlecht behandelt wurde, hatte ich jemand anderem geholfen und ein gutes Gefühl gegeben.

 

 

 

Lieber Gott,

hilf uns ohne Angst auf Neues zuzugehen und mach, dass wir Leid erkennen und schaffen es zu bekämpfen. Lass uns die schönen Momente im Leben erkennen und schätzen lernen damit wir diese Gefühle weiter verbreiten können.

Amen.

V orfreude

O du fröhliche

R odeln

W eihnachtseinkäufe

E ngel

I glu

H eiße Schokolade

N ussknacker

A dventskalender

C hristkind

H eilige Nacht

T ee

S tress

Z eit für die Familie

E ndlich Ferien!

I ce Skating

T annenbaum

Ein Skiurlaub

„Hey Leute, wir sind gleich da!“, rief ich voller Freude. Meine besten Freundinnen Merle, Amelie und ich waren nämlich kurz vor Weihnachten auf dem Weg zu unserem ersten gemeinsamen Skiurlaub ohne Eltern. Der Mond schien hell auf den Schnee, der überall auf den Straßen lag, und brachte ihn zum Glitzern. „Das ist so toll, ich freu mich so!“, quietschte Merle. Amelie und ich fingen auch an zu grinsen.

Bild_20DezDer Bus blieb langsam stehen. Wir sahen schon das Hotel. Amelie sagte ein bisschen enttäuscht: „Ich hab gedacht, dass es weihnachtlich geschmückt ist.“ Das war mir auch aufgefallen, aber daran konnten wir auch nichts mehr ändern. Wir stiegen aus dem Bus. Es war sehr kalt und hatte Minusgrade. Wir gingen schnell rein. Auch innen war kein bisschen geschmückt. Es sah nicht sehr einladend aus und auch die Gäste wirkten gelangweilt. Merle, die das Hotel gebucht hatte, ging zur Rezeption. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ fragte der Mann hinter dem Tresen genervt. „Merle Taue mein Name, ich habe ein Zimmer gebucht.“ Er tippte auf seinem Computer und sagte: „Unter dem Namen ist nichts gebucht.“ „Aber ich bin mir ...“, meinte sie, wurde aber von ihm unterbrochen: „Nein, und lassen sie mich jetzt in Ruhe.“ Merle kam zu uns zurück. Ich fragte sie: „Was ist denn los?“ „Also...anscheinend hab ich nicht gebucht.“, sagte Merle schüchtern. Ich war geschockt. Was sollen wir denn jetzt machen? „Kommt schauen wir schnell, ob der Bus noch da ist!“, meinte Amelie. Wir liefen raus, aber er war schon weg. Jetzt standen wir da. Ich schaute in den Himmel. Es war eine klare Nacht. Da war ein großer leuchtender Stern. Der Schein des Sternes lag auf einem kleinen Haus. „Schaut mal da. Vielleicht können wir dort übernachten.“, sagte ich. Die anderen nickten. Wir gingen hin.

Als wir bei dem Haus waren sahen wir, dass es wunderschön geschmückt war. Vor der Tür hing ein Schild „Zimmer frei“. Amelie ging zielstrebig zur Tür und klingelte. Eine ältere Frau, mit grauen Haaren und Backschürze, öffnete die Tür. „Hallo, meine Süßen. Wie kann ich euch helfen?“ fragte sie. Merle fragte: „Wir wollten fragen, ob wir hier übernachten dürfen?“ Sie nickte und ließ uns rein. Es war wunderschön, alles war geschmückt und in der Mitte des Raumes stand ein Weihnachtsbaum. Ich dachte mir: Danke, Stern, für deine Hilfe.

Wegweiser für Flüchtlinge

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Großer Gott,

zurzeit fliehen viele Menschen vor Krieg oder anderen Bedrohungen,
um ein neues Zuhause zu finden.
Deshalb bitten wir dich:
Erleichtere ihnen die Suche nach einem neuen Zuhause.
Erinnere sie daran, dass du sie beschützt und immer bei ihnen bist.
Lass sie daran denken, dass am Ende des Tunnels immer ein Lichtlein scheint.
Beschütze die Flüchtlinge, sodass sie sicher ans Ziel kommen.
Hilf ihnen, dass sie von anderen Menschen freundlich, liebevoll und fürsorglich
aufgenommen werden und sich dort sicher und geborgen fühlen.
Lass sie hier neue Freunde finden.
Hilf uns, den Flüchtlingen ein neues Zuhause zu ermöglichen.

AMEN

 

 

Bild_22DezKrieg, Trauer und eine anstrengende, gefährliche Reise. Dies haben viele Menschen erlebt, die aus ihren Heimatländern geflohen sind.

Viele Flüchtlinge erhoffen sich durch ihren mühsamen und beschwerlichen Weg nach Europa eine bessere Zukunft ohne Gewalt und Unterdrückung.

Besonders in der Weihnachtszeit denken viele Deutsche an die bedürftigen Menschen. So werden beispielsweise im Advent besonders viele Pakete für Flüchtlinge verschickt, viele Patenschaften übernommen und zahlreiche Spenden gesammelt. Unsere weihnachtlichen Traditionen sind den meisten Flüchtlingen fremd, da diese nicht unsere Religion teilen. Eine wichtige Frage wirft das Weihnachtsfest für unsere Gesellschaft auf: „Schaffen wir es die Flüchtlinge erfolgreich zu integrieren und ihnen den tieferen Sinn unseres Weihnachtsfestes zu vermitteln?“

 

 

Bildquelle: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/obdachlose-und-fluechtlinge-feiern-weihnachten-am-kelmesberg-1.987179?iact=rc&uact=3&dur=507&page=2&start=18&ndsp=6&ved=0ahUKEwip6MKXo9XQAhWdOsAKHcw-BCYQMwg3KBUwFQ&safe=strict&bih=544&biw=792

Vorweihnachtsabend

Schließt eure Augen und entspannt euch.

 

Bild_23DezStellt euch vor, ihr sitzt auf einem bequemen Sessel neben einem warmen Kamin, ihr hört das Knistern des Feuers. Unter dem schon geschmückten Weihnachtsbaum liegen ein paar Geschenke. Aus der Küche könnt ihr den Duft eurer Lieblingsplätzchen riechen. Eure Katze schleicht auf euch zu, streicht um eure Beine und springt schnurrend auf euren Schoß. Sanft streichelt ihr sie und betrachtet gedankenverloren den fallenden Schnee. Euer Blick wandert weiter auf die kleine Krippe auf dem Fensterbrett. Neben ihr wacht ein Lamm aufmerksam über das Jesuskind. Ihr wendet euch wieder der Katze zu und eure Mama bringt euch eine Tasse heiße Schokolade und einen Teller Plätzchen. Ihr greift nach dem ersten und merkt, dass es noch warm ist. Dann nehmt ihr noch einen Schluck der heißen Schokolade. Eure Katze stupst die Tasse mit ihrer Nasenspitze an, ihr schiebt ihr sie lächelnd zur Seite.

 

 

Atmet noch einmal den Geruch der Plätzchen ein und öffnet langsam eure Augen.

Trotz des Weihnachtsstresses wünschen wir euch frohe und erholsame Weihnachten!

Bildquelle: http://www.hochzeit.com/11717/verloben-zu-weihnachten-tipps-fuer-den-heiratsantrag/?iact=rc&uact=3&dur=410&page=1&start=17&ndsp=26&ved=0ahUKEwi9_5_npNXQAhXmAsAKHTrfD4kQMwhZKCIwIg&safe=strict&bih=932&biw=1280, zuletzt aufgerufen am 02. Dez. 2016

Licht der Liebe, Lebenslicht, Gottes Geist verlässt uns nicht

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Bild: M. Monika Schulze

 

Umgeben von Finsternis

Bethlehems Stern leuchtet am Himmel

Licht verdrängt die Finsternis

Hirte und Schaf schauen ehrfürchtig zum Stern empor

Staunen breitet sich aus

Beide werden von den Lichtstrahlen berührt

Wärme und Geborgenheit werden gespendet durch das helle Sternenlicht

Heimatgefühl entsteht

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Weihnachtsgeschichte

Es wurde langsam Abend, die Sonne küsste den Horizont und verzauberte den Himmel in ein rot-oranges Farbenspiel. Es war schon fast dunkel, als die hochschwangere Maria mit ihrem Mann Josef endlich von Nazareth in Betlehem eintraf. Hilflos suchten sie eine Unterkunft für die kommende Nacht, in der das Jesuskind geboren werden sollte. Doch nirgendwo fanden sie einen Unterschlupf. Sie gingen von Haus zu Haus, doch niemand wollte sie aufnehmen. Als sie die Hoffnung schon aufgeben wollten und ihre Kraft langsam ausging, wurden sie letztendlich von einem Wirt in seinen Stall gelassen, da seine übrigen Zimmer belegt waren. Voller Freude ließen sie sich nieder, ohne zu wissen, was in dieser Nacht passieren würde.

Wenn Sie mehr über die Weihnachtsgeschichte erfahren wollen, lesen Sie im Evangelium nach Lukas das 2. Kapitel, Verse 1 – 20.

 

Gebet

Lieber Gott,

wir alle hatten in letzter Zeit viel Stress. Doch nun stehen die Weihnachtsferien vor der Tür und wir können uns eine Auszeit nehmen. Auch Maria und Josef haben viel erlebt und durchgemacht, doch sie gingen ihren Weg und erblickten das Licht am Ende des Tunnels.

Wir bitten dich, o Herr, schenke uns ein schönes und ruhiges Weihnachtsfest und dass wir glücklich den Start ins neue Jahr feiern können.

Amen.